Sie zählen zu den etabliertesten Punk-Bands der Welt und sind insbesondere in Europa konstant eine der größten Rock-Bands: Rise Against. Unermüdlich betouren sie die Konzerthallen und -arenen, sind auf Festivals aktiv und dort in diesem Jahr sogar auf die Headliner-Position gerutscht, wie man beim Line-Up von Rock am Ring & Rock im Park 2025 sieht. Zu ihrem Status berechtigt sie aber auch ihre Diskografie, die vor Hits nur so strotzt und kontinuierlich mit starkem Output, wie der neueste Song „Nod“, weitergeführt wird. Nun gehen die Amerikaner, völlig anlasslos, wieder auf Europa-Tour und machen am 17. Februar 2025 im restlos ausverkauften Zenith Halt.
Als Opener des Abends fungieren L.S. Dunes, das Nebenprojekt von My Chemical Romance-Gitarrist Frank Iero. Eine sowohl ungewöhnliche als auch spannende Wahl fällt auf den Main Support: Sondaschule. Die deutsche Ska-Punkband ist längst etabliert und hat sich in ihrem über 25-jährigen Bestehen stets weiter nach oben gespielt – musikalisch ist es dennoch weit vom Headliner des Abends entfernt. Dass die Truppe aus dem Ruhrpott aber sehr wohl als mächtige und mitreißende Live-Band gilt, wird in ihrem rund 40-minütigen Set klar. Das machte Laune und Vorfreude auf ihre eigenes Konzert am 21. Dezember in der TonHalle.

Lautstarker Jubel brandet dann aber auf, als um 21:30 Uhr das Intro startet und Rise Against auf die Bühne kommen. Mit „Satellite“ gibt es gleich einen waschechten Hit – und genauso schnell einen riesigen Moshpit. Zwar trommelt Schlagzeuger Brandon Barnes beim Opener ordentlich daneben, aber spätestens bei der zweiten Nummer „Under The Knife“ groovt sich die Band ein und spielt, entgegen schon manchmal vorgekommener Untightness, astrein abgestimmt aufeinander ihr Set durch. Besonders positiv fällt die Stimme von Frontmann Tim McIlrath auf: Während es in der Vergangenheit immer mal wieder Wackler und Aussetzer gab, präsentiert er sich diesmal dem Münchner Publikum mit treffsicherem und starkem Gesang. Vielleicht heizt auch das die Menge nur noch mehr an.
Was die Münchner*innen in jedem Fall wortwörtlich aufheizt: das Feuer. Rise Against haben erstmals eine waschechte Produktion dabei und fahren mit Luftsäulen, reichlich Feuer und sogar einem Funkenregen beim abschließenden „Savior“ beachtlich auf. Sogar zwei Leinwände an den Seiten gibt es, die allerdings im Zenith ein wenig versteckt wirken, in den anderen Konzertlocations dürfte das mehr Wirkung entfalten. Dennoch: Es ist ein wirklich rundes Paket, was die Amerikaner bieten. Dazu passen auch die sympathischen Ansagen von McIlrath, der einerseits über die Eisbach-Surfer bei diesen Temperaturen verwundert ist, andererseits nicht vor deutlichen politischen Aussagen zurückschreckt. 2025, das sei ihm klar, ist ein schwieriges Jahr, auch in Deutschland stehen bald schwierige Wahlen an. Aber: „Our music were meant for years like this“. Und passend dazu die vielleicht härteste Nummer aus dem Repertoire der Band: „State Of The Union“.
Nach rund 85 Minuten ist das Konzert leider schon zu Ende, wenngleich „Savior“ und ein passend dazu ausgelassener Moshpit den Abend bestmöglich beschließt. Rise Against, das wird schnell klaren, haben ihren Status als Arena- und Headliner-Band erkannt, sich dem angenommen und vor allem angepasst. Heraus kommt eine großartige Produktion, eine bestens aufgelegte Band und dazu Musik, die sowieso seit Jahrzehnten und sicherlich noch in Jahrzehnten viel Bedeutung innehaben wird.
Setlist: Satellite / Under The Knife / Architects / Ready To Fall / Behind Closed Doors / Heaven Knows / State Of The Union / The Violence / House On Fire / Hero Of War / Swing Life Away / Nod / Prayer Of The Refugee – Zugaben: Make It Stop (September’s Children) / Blood-Red, White & Blue / Savior
Bericht: Ludwig Stadler
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