Als im Sommer 2021 die erste Staffel der schwedischen Netflix-Serie „Young Royals“ veröffentlicht wurde, haben alle Beteiligten nicht mit so einem immensen Erfolg der Serie gerechnet. Besonders im Fokus: die beiden Hauptdarsteller Edvin Ryding und Omar Rudberg. Dabei ist letzterer eigentlich Musiker, früher in der Boyband FO&O, seit 2018 als Solo-Künstler unterwegs. Seine womöglich coronabedingte Schauspiel-Schnupperaktion in der Teenie-Serie sollte ihn nicht nur schauspielerisch, sondern auch besonders musikalisch voranbringen. Plötzlich ist die Reichweite weltweit enorm, seine Musik findet auch außerhalb Schwedens Gehör. Höchste Zeit für Rudberg, die erste Solo-Tour zu starten. Nach ersten Gehversuchen in 2024 geht er im Frühjahr 2025 auf ausführliche „Every Night Fantasy“-Tour – und macht am 19. Februar 2025 in der TonHalle München Halt.

Eine Vorgruppe gibt es erstaunlicherweise nicht – so geht es direkt um kurz nach 20 Uhr los. Es dauert nicht lange, bis Omar Rudberg mit „Bye Bye“ auf der Bühne steht. Mit ihm: eine Live-Band und zwei Tänzer, die ab dem zweiten Song dem Geschehen beiwohnen. Die Produktion ist zwar nicht allzu groß, aber reichlich Lichtshow, viel Bewegung und vor allem die spielerisch wirklich beachtliche Band sorgen für einen runden Gesamteindruck. Die Fans freuen sich sowieso: Durchgehend kreischt das vorrangig weibliche und fast annähernd sehr junge Publikum gen Bühne, schon zuvor wird der Name in buchstabierter Form gejubelt. Während des Konzerts gibt es laute Mitgesänge, allerlei Schilder, kleine Mitbringsel und sogar ein paar Fan-Aktionen, für die sich Rudberg bedankt.
Der gebürtige Venezolaner singt zwar einigermaßen stabil, umschifft aber des Öfteren die hohen Töne und geht ziemlich oft auf Nummer sicher. Das mag sicherlich auch an dem Grippevirus liegen, den sich Rudberg vor rund einer Woche eingefangen und offensichtlich immer noch nicht vollends auskuriert hat. Vielleicht fühlt sich deshalb die Show oft nach Handbremse an: Zum Einen gibt es eskalative Tanz-Sequenzen, die mit viel Geschwindigkeit für Stimmung sorgen, zum Anderen aber wirklich viele ruhige, fließende Momente, die nicht wirklich zünden wollen. Bei den zu erwartenden Highlight-Songs „Simon’s Song“ und „It Takes A Fool To Remain Sane“ kommen die Münchner*innen aber auf ihre Kosten und singen die Melodien aus voller Kehle mit. Mit „Sabotage“ endet der Auftritt bereits nach rund 70 Minuten um 21:15 Uhr. Ein guter erster Einstand – für die versprochene Rückkehr bleibt aber Luft nach oben.
Setlist: Bye Bye / Yo Dije Ouff / Girlfriend / Como Ayer / Que Pasa / Simon’s Song / Wrong / Red Light / I’m Not A Boy / Lose Me / Talk / Rude Boy (Rihanna cover) / In The Sunrise / Moving Like That / It Takes A Fool To Remain Sane / She Fell In Love In The Summer / Dum / Happier / Mi Casa Su Casa / Sabotage
Bericht: Ludwig Stadler
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