Bayerische Staatsoper – fulminanter Start in die neue Spielzeit!

Es geht wieder los! Die Bayerische Staatsoper startete vergangenes Wochenende nicht nur in die neue Spielzeit, sondern sogleich auch in eine neue Ära, nämlich der von Staatsintendant Serge Dorny. Der hat sich entschieden, nicht nur mit schönen Repertoire-Vorstellungen zu beginnen, sondern gleich mit einem Eröffnungswochenende unter dem Titel „Septemberfest“. Darin enthalten: Kurzopern zu günstigen Konditionen, allerlei Sonderkonzerte und buntes Treiben im Brunnenhof, dass sogar kostenlos besucht werden kann. Das Motto „Oper für alle“ wird so nicht nur genannt, sondern auch realisiert. Unter dem gleichen Namen gibt es auch den Startschuss für die vielen kommenden Produktionen – allerdings nicht in München, sondern Ansbach.

Oper für Alle – 17. September, Ansbach

© Wilfried Hösl

Der Ort mag ungewöhnlich sein, aber als Bayerische Staatsoper ist der Auftrag fast schon im Titel selbst – klassische Musik und Oper auch für den Rest Bayerns erfahrbar machen. Natürlich ist das Stammhaus in München und damit zwangsläufig auch der Dreh- und Wendepunkt des Treibens, nichtsdestotrotz nutzt Dorny die Möglichkeit und beginnt seine Zeit eben mal ganz woanders. Das Konzert ist kostenlos, Plätze mussten natürlich dennoch für die Corona-Nachverfolgung gebucht werden. Durch den Live-Stream werden aber all die Münchner dennoch miteinbezogen – und die restliche Welt auch. Das ist ein dankbarer Auftakt, bei dem auch das Wetter bestens hält. Weniger gehalten hat allerdings die Gesundheit von Jonas Kaufmann – der Tenor musste absagen, stattdessen übernahm mit Piotr Beczała ein nicht minder großer Star-Tenor. An seiner Seite: Sopranistin Ekaterina Semenchuk.

Um 19 Uhr bei bestem sommerlichen Herbstwetter tritt das Bayerische Staatsorchester unter Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski auf die Bühne lassen die ersten Töne der Spielzeit erklingen: die Ouvertüre aus Verdis „Nabucco“. Insgesamt gibt es einen Abriss der kommenden Spielzeit, auch etwas Retrospektive der vergangenen: Wagner, Strauss und noch mehr Verdi. Das Programm ist bunt durchgemischt und einem Best-Of-Willkommensgruß mehr als würdig. Beczala und Semenchuk sind bester Stimme und überzeugen nicht nur das frenetisch applaudierende Publikum in Ansbach, sondern auch die unzähligen Zuschauer im Stream. Am Ende gibt es noch den fast schon popkulturellen Hit aus der Oper: „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“. Ein gelungener Einstand.

Septemberfest – 18./19. September, München

© Wilfried Hösl

Viel Ruhezeit bleibt nicht, denn bereits nachmittags am Folgetag beginnt das bunte und vielfältige Programm des neueingeführten Septemberfests in München. Ziel davon ist es einerseits, sich dem Münchner Publikum einmal vollumfänglich und musikalisch vorzustellen, andererseits aber auch, Oper zu erschwinglichen Preisen zum Kennenlernen anzubieten. Das geht so beispielsweise für 25€ mit den Puccinis Kurzopern aus „Il trittico“, nämlich „Gianni schicchi“ und „Il tabarro“, die an beiden Tagen im Nationaltheater laufen und so die Möglichkeit bieten, einmal das Haus von innen zu sehen und auch in die Oper reinzuschnuppern mit einem einstündigen Werk – vor allem für Interessierte und Anfänger wie gemacht.

Zugleich ist der Brunnenhof offen für alle Zuschauer*innen mit einem bunten Programm von dem Bläser-Ensemble Donnerbalkan bis zum Opern-Arien-Quiz, bei dem man auch Karten für die Staatsoper gewinnen kann. Der Eintritt ist frei, also verirren sich auch Touristen und Spontan-Besucher in den Brunnenhof und informieren sich über die kommende Spielzeit, die mit Premieren unbekannter Werke und einem reichen Repertoire an Klassikern punktet.

Das Septemberfest läuft noch bis kommenden Sonntag mit „La forza del destino“, aber auch darüber hinaus bleibt das Motto der Spielzeit: Jeder Mensch ist ein König.