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Cher – am 3. Oktober in der Olympiahalle
„If I Could Turn Back Time“ singt die legendäre Sängerin Cher 1989 und ist zu diesem Zeit schon 24 Jahre im Geschäft. Nun, 2019, sind es schon 54 Jahre und der Song hat seine Bedeutung nur mehr erhöht. Eine unglaubliche Karriere ist es, die die Amerikanerin zurückgelegt hat. Kein mediales Hochlebenlassen, kein Nachhelfen bei der Tonbearbeitung im Studio haben ihr geholfen, nur ihre Musik und ihre unverwechselbar starke Stimme. Auch wenn sie 2019 bereits 73 Jahre alt wird, ist es kein Grund für die Frontfrau, es nicht noch einmal richtig wissen zu wollen. Eine Welt-Tournee folgt, ausgedehnt und intensiv. „Here We Go Again“ lautet ihr Motto, mit dem sie etliche…
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Gergievs Tschaikowsky – 8.-11. Februar 2019 in der Philharmonie
„Gergiev zeigt, dass er die hohe Kunst beherrscht, Bruckner organisch, wie aus einem Guss erklingen zu lassen, Übergänge zu gestalten, eins aus dem anderen zu entwickeln – und das alles mit großem, ruhigem Atem. Die ausgeprägten „Seufzer“ in den Streichern zu Beginn des langsamen Satzes, das magische Flötensolo über dem Paukenwirbel etwas später, das hymnische Thema danach – alles ergibt sich zwingend aus dem Vorhergehenden, ohne Brüche und Forcierung, als ein großer Spannungsbogen, der niemals einbricht.“ (Fono Forum) Ein Gipfeltreffen von Klassik-Superstars – Denis Matsuev, Gautier Capuçon und Valery Gergiev beim zweiten der insgesamt vier Teile von Gergievs Tschaikowsky-Zyklus. Der Chefdirigent des Mariinsky Orchester St. Petersburg (und der Münchner Philharmoniker!)…
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Viva La Muerte – Schirenc Plays Pungent Stench im Backstage (Konzertbericht)
Pungent Stench gelten bis heute als eine der ersten und wichtigsten Death-Metal Ensembles aus dem deutschsprachigen Raum. Die Österreicher sind vor allem bekannt durch ihren morbiden Humor und den doch etwas fragwürdigen Umgang mit dem Thema Tod, gepaart mit Death Metal-Rhythmen, die bis heute ihresgleichen suchen. Nach mehreren Auflösungen und Reunions der Band wollte es Sänger und Gitarrist Martin Schirenc mit komplett neuem Band-LineUp noch einmal angehen. Mit dem 2007 aufgenommenen, aber 2018 erst erschienen Album „Smut Kingdom“ im Gepäck war „Schirenc plays Pungent Stench“ am Freitag im Backstage Club in München. Gerade Death-Metal-Bands neigen dazu, sich immer viele Vorbands mit auf Tour zu nehmen, was nicht immer nur gut…
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Der Kampf um die Braut – „Die verkaufte Braut“ in der Staatsoper (Kritik)
Die wahre Liebe oder doch das große Geld? Bedřich Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“ stellt die Charaktere mit diesen beiden Positionen sich gegenüber und lässt sie agieren – und wie es für eine Oper üblich ist, gibt es Lug, Betrug und eine List. Klingt erst einmal wie der übliche Stoff, ist aber alleine deshalb schon interessant, weil sich Smetana nicht für hochdramatische Gefühle, sondern für die Freude entschieden hat. Seine komische Oper feierte am 22. Dezember im Nationaltheater der Bayerischen Staatsoper Premiere. Recht viel Skepsis wurde der Inszenierung entgegengebracht, nachdem die ersten Probenbilder auftauchten und die Reaktionen der Schulklassen in der Generalprobe äußerst positiv waren. Die ersten Schreie über den…
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Shakin‘ Stevens – am 18. Februar in der TonHalle
In den 80er-Jahren zählte er zu den erfolgreichsten Musikern seiner Zeit und lieferte etliche Hit-Singles: Shakin‘ Stevens. Egal ob „Marie Marie“, „You Drive Me Crazy“, „Oh Julie“ – die Liste ist schier endlos und sicher noch bestens im Kopf eines jeden Kindes der 1980er-Jahre. Jüngeren ist der Musiker vielleicht bekannt durch seinen Weihnachts-Hit „Merry Christmas Everyone“, aber ohne Frage, mit seltenen Deutschland-Besuchen und Fokus auf sein Heimatland Großbritannien ist Shaky, so sein Kürzel, nicht mehr ganz aktuell für die heutige Zeit. Seine Musik und die Rhythmik seiner Lieder – die sind aber zeitlos. So kommt es 2018 nun, dass sich der Rockabilly-Star noch einmal auf ausgedehnte Deutschland-Tour begibt und dabei…
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28 Jahre Backstage – das Programm vom 10.-12. Januar
Happy Birthday, Backstage! Ganze 28 Jahre bist du nun schon alt. Einige Umzüge auf den Buckel, viel Hin und Her mit Baugenehmigungen und immer noch nicht bist du an deinem finalen Standort angekommen. Aber allein diese Durchhaltekraft ist es wert, einmal im Jahr kräftig gefeiert zu werden, was seit vielen Jahren in der zweiten Januar-Woche getan wird. Auch 2019 gibt es wieder ein buntes und abwechslungsreiches Programm zum kleinen Preis – von Hip Hop zu Deutschpunk bis Liedermacher ist alles dabei. Aber eines nach dem anderen, denn so sieht das gesamte Programm vom 10.-12. Januar 2019 im Backstage aus: Donnerstag, 10. Januar: Halle: Weiherer & Band + Mr. Jones Club:…
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Strawinsky trifft auf Chopin – Beatrice Rana am 29. Januar im Prinzregententheater
„Was soll man hervorheben? Ihre linke Hand, die zarte Linien tupft und da, wo sie kraftvoll zulangt, immer anmutig, ja entspannt klingt? Ihre feinen Crescendi und durchdachten Verzögerungen, mit denen sie Betonungen setzt und Spannung aufbaut, ohne je manieriert zu wirken oder etwas in Wahrheit Äußerliches in die Musik hineinzugeheimnissen? Den nie forcierten Abwechslungsreichtum ihres Spiels? Das immer wiederkehrende Gefühl: ja, genauso muss es klingen; obwohl Ranas Spiel nichts Belehrendes oder Demonstratives hat?“ (Hundert11) Spätestens seit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Van-Cliburn-Competition im Jahre 2013 ist Beatrice Ranas Name in der Klassikszene ein Begriff – mit äußerst positiver Konnotation! Die Italienerin mischt mit ihren gerade mal 25 Jahren und…
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Parkway Drive – am 15./16. Februar im Zenith
Fragt man, welche Band aus dem Metal wohl zu den weiterhin konstant aufsteigenden Gruppen gehört, landet man unweigerlich bei Parkway Drive. Die Metalcorer haben seit ihrem Erfolgs-Album „Ire“ im Jahr 2015 einen nur immer konsequenteren Höhenflug hingelegt, wie kaum eine andere Band. Natürlich hat der endgültige Durchbruch erst dementsprechend mit einer Soundanpassung funktionieren wollen – so voller Core sind die Australier längst nicht mehr unterwegs, eher ist es ein spannender Mix aus Alternative Metal, Power Metal und Rock. Auf die Spitze getrieben haben sie das auf ihrem neuen Album „Reverence“. Viel Kritik mussten sie dafür einstecken, erstmals in der Bandgeschichte. Während „Ire“ noch ziemlich gut akzeptiert wurde, sehen viele Fans…
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Chris de Burgh – am 31. Oktober in der Philharmonie
Mit „Lady in Red“ und „High On Emotion“ hat er große Hits erschaffen, die auch heutzutage, teilweise über 40 Jahre später, immer noch zu den absoluten Klassikern der Musikgeschichte gehören: Chris de Burgh. Der charismatische Brite hat im Laufe der Jahrzehnte viele Werke geschaffen, viele etwas weniger Beachtete, aber eben auch Hymnen wie „Don’t Pay The Ferryman“. Nun begibt er sich auf eine ausgiebige Tour und spielt gleich zwei seiner Alben vollständig – einerseits seinen persönlichen Liebling „Moonfleet“, andererseits sein großes Durchbruchalbum „Into The Light“. Zusätzlich gibt es noch allerlei „other stories“, was übersetzt ein kleines angehängtes Best-Of bedeutet. Das klingt nach weit über zwei Stunden großartiger Musik, die am…
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Gaahls Wyrd – am 28. Februar im Backstage
Es handelt sich um einen der berühmtesten und berüchtigtsten schwarzweißen Schmink-Köpfe aus den hohen Norden: Kristian Eivind Espedal, bekannt dafür, sich rührend um amerikanische Reporterteams zu kümmern, großen Wert auf die Sauberkeit seines Interieurs zu legen, ziemlich faszinierende Bilder zu malen, zusammen mit seinem Kumpel King ov Hell die Band Gorgoroth annektiert und wieder verloren zu haben, mit verschiedenen anderen Bands interessante Musik zustande gebracht zu haben und natürlich das konservativ-christliche Weltbild der polnischen Obrigkeit mit einer vnglavblich kvlten Satansmesse fachmännisch penetriert zu haben: Verschiedenste Schlachtabfälle, gekreuzigte Nackte, alles, was das Herz begehrt. Die Begehrlichkeiten der schwarzen Todespumpen unter den leder-bejackten Rippen dürften in der Tat nicht unbefriedigt bleiben, wenn…