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Augustin Hadelich & Julia Fischer – am 8. Mai in der Philharmonie
„Die Münchnerin und ihre moderne Geige überzeugen ab dem ersten Moment. Brillant stellt sie das Thema des ersten Satzes vor, ehe sie das Orchester mit sehr direktem, angenehmem Ton zu führen beginnt. Wie mit einer Feder zeichnet sie schwungvolle Konturen mit ausladenden Gesten. Der Übergang von der virtuosen Kadenz zum Repriseneinsatz des Orchesters gelingt hauchzart und magisch.“ (Neue Zürcher Zeitung)…
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Mono – am 29. April im Strom
MONO verkörpern wie keine andere Band immense Kontraste. Zwischen Verletzlichkeit und Zerstörung entwickeln sich die ausgedehnten Kompositionen der japanischen Instrumental-Rock-Gruppe. Hier lässt sich der Tsunami streicheln, ehe er sich wieder seiner Bestimmung besinnt und als leuchtende Geräuschwand alles was nicht niet- und nagelfest, oder ganz taub ist, mit Wucht in Richtung Transzendenz katapultiert. Gleichzeitig sind Mono aber auch eine ungemein…
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„Das ist auch unsere, auch meine Geschichte“ – „Die lächerliche Finsternis“ im Volkstheater (Kritik)
Die kleine Bühne des Volkstheater München ist ein intimer Raum. Mit nur 100 Sitzplätzen, aufgeteilt auf vier Stuhlreihen, ist die Atmosphäre dieser Spielstätte eher mit einer Improvisationsbühne eines Schultheaters zu vergleichen als mit einem der großen Säle der Münchner Theater. Die seit dem 14.03.2019 dort spielende Produktion „Die lächerliche Finsternis“ von Wolfram Lotz in der Regie von Lukian Guttenbrunner beweist…
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(Anti-)Heldenhafte Liebe – „La fanciulla del West“ in der Staatsoper (Kritik)
Jahrzehnte ist es her, dass Giacomo Puccinis „La fanciulla del West“ zuletzt an der Bayerischen Staatsoper aufgeführt wurde. Obwohl andere Werke von ihm, seien es „Tosca“, „Madame Butterfly“ oder „Turandot“, bereits diese und auch viele andere Spielzeiten auf dem Plan stehen, hat es sein Werk über die amerikanische Goldgräber-Zeit irgendwie nie so richtig häufig auf die Bühnen der Welt geschafft.…
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Theater – der April 2019 in München (Überblick)
Das Wetter spielt im April zwar bekanntlich verrückt, aber immerhin die Theaterpläne sind konstant. Falls ihr noch keine persönlichen Pläne gemacht habt, könnt ihr das jetzt machen! Here it is – die Theaterübersicht für den April 2019 in München! Residenztheater Premieren: – Sinn (Marstall), 27.4. (30.4.) Zum letzten Mal: – Faust, 9.4. – Heilig Abend, 14.4. – Richard III., 18.4. –…
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Deichkind – am 20. Februar 2020 im Zenith
„Alle wollen den Abriss, gefiedert und geteert“ – endlich wieder Krawall und Remmidemmi! Deichkind kehren zurück auf die Bühnen dieser Nation, yippie-yippie-yeah! Das Hamburger Electro-Kollektiv, das nun schon seit über etlichen Jahren die deutsche Musikszene aus einem Mix von trockenem Humor, scharfsinniger Sozialkritik und absolutem Nonsens versorgt, hat ein neues Album in den Startlöchern und geht damit auch wieder auf…
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Willkommen in Marwen – Filmkritik
[usr 2,5] Regisseur: Robert Zemeckis Genre: Drama, Animation Produktionsland: USA Kinostart: 28. März 2019 Laufzeit: 1 Std. 56 Min. Mit dem Konglomerat aus Animation und Realfilm ist Robert Zemeckis (Forrest Gump, Zurück in die Zukunft) bereits bestens vertraut. Sein Achtziger-Trumpf “Falsches Spiel mit Roger Rabbit” gilt als einer der erfolgreichsten Filme dieser Art. Selbigen Ansatz verfolgt Zemeckis nun für die Adaption der preisgekrönten Dokumentation “Marwencol”,…
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Konzert der Konflikte – Kent Nagano & Jean-Yves Thibaudet in der Philharmonie (Kritik)
Die Auswahl der beiden das Solokonzert umrahmenden Orchesterstücke ist beinahe kompromittierend: Claude Debussys Ballettmusik „Jeux“ feierte seine Premiere nur einige Monate vor Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“ im Pariser Théâtre des Champs-Elysées. Wobei „feiern“ hier das falsche Wort ist. „Jeux“ wurde schon zu Beginn nicht gut aufgenommen, kurz darauf stahl „Sacre“ ihm die Aufmerksamkeit und wurde zu allem Überfluss…
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Eine Legende dankt ab – „Roberto Devereux“ in der Staatsoper (Kritik)
Wenige Tage vor unserem Besuch der Oper „Roberto Devereux“ in der Bayerischen Staatsoper haben wir erfahren, dass Edita Gruberova, Sängerin der Hauptrolle Elisabetta und absolutes Opernurgestein, ihre letzten Vorstellungen im Rahmen einer Oper geben wird und anschließend ihre Karriere beenden und nur noch auf Konzerten öffentlich singen wird. Ein kleiner Schock – aber auch eine verständliche Entscheidung, zudem Gruberova im Fach…
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Der Held – Herbert Grönemeyer in der Olympiahalle (Konzertbericht)
Müsste man aufzählen, welche großen Künstler Deutschland national vorzuweisen hat, würde man sehr schnell auf einen Namen gelangen, den wohl gefühlt jede Person kennt: Herbert Grönemeyer. Der Komponist, Musiker und niemals stillstehende Lebemann hat es nach seinem Zyklus vom Album „Dauernd jetzt“ noch einmal gewagt, sich fleißig ans Liedermachen gesetzt und mit „Tumult“ ein überraschend ruhiges und textstarkes Werk über…