• „Some enchanted evening“ – „Being Alive!“ am Gärtnerplatztheater

    Es ist im ersten Moment ungewohnt, wenn man an diesem Abend im Gärtnerplatztheater seinen Platz nicht wie gewohnt im Zuschauerraum, sondern auf der Bühne einnimmt. Dieser Perspektivwechsel eröffnet jedoch eine völlig neue Wahrnehmung, und wenn sich der Vorhang öffnet und die Darsteller und Musiker vor dem beeindruckenden Theatersaal des Drei-Sparten-Hauses erscheinen, ist die erste Unsicherheit der ungewohnten Situation sofort verflogen.…

  • Wenn das ein Theaterstück über mein Leben wäre, … – „Androiden aus Mitteldeutschland“ im Residenztheater (Kritik)

    Ein Soloabend von und mit Mareike Beykirch. Das ist dieser Abend allerdings. Sie nimmt uns mit auf eine Reise in ihre Vergangenheit, lässt uns teilhaben an ihren größten Sorgen und Ängsten. So nah ist man als Zuschauer einer Schauspielerin auf der Bühne schon lange nicht mehr gekommen. Und man kommt Beykirch nicht nur einfach nah, sondern man genießt auch jede…

  • Ein Theaterleben – Philipp Büttner in der Staatsoper (Kritik)

    Üblicherweise gilt die Bayerische Staatsoper als recht elitär festgelegter Ort: Oper, Ballett, Liederabende, aber musikalisch selten out of the box. Das ist weniger auf die Programmgestaltung gemünzt, die sich große Mühe gibt, viele Aspekte und Stilrichtungen auf die Bühne zu bringen – vor allem im Publikum und der Wahrnehmung besteht dieses Standing. Durch die Coronakrise wurde das dementsprechend durcheinander gebracht,…

  • Freunde, das Leben ist lebenswert – „Happy Birthday, Franz Lehár“ im Gärtnerplatztheater (Kritik)

    Kunst lebt von Kreativität, Theater von Wandel und in der Krise nun auch von Schnelligkeit. Innerhalb kürzester Zeit präsentiert das Gärtnerplatztheater ein Programm, das coronakonform für ein kleines Publikum dennoch große Töne darbietet. Das beginnt mit „Einmal König sein!“, in dem nur die sonst unbesetzten Logen verkauft werden, findet aber vor allem auf der Bühne selbst statt, denn dort starten…

  • Die Schönheit schmilzt – „WUNDE R“ in den Kammerspielen (Kritik)

    18 Personen tummeln sich in der Kammer 3, die zur offenen Fläche wird. Hinsetzen auf dem Boden? Optional. Gewünscht ist eher: die dauerhafte Bewegung, die Suche nach neuen Blickwinkeln. Denn in der Mitte des Raumes befindet sich ein Glastisch, rundherum sitzen vier Darsteller*innen des Ensembles im Mindestabstand. Wiederum um sie ist ein großer, weißer Kreis gezeichnet – den dürfe man…

  • Attitude – The Munich Fiend Club im Backstage (Konzertbericht)

    89 Tage ist es her, dass im Backstage das letzte Konzert auf der Bühne stattgefunden hat. 89 Tage war es still. Nun, seit dem 15. Juni 2020, sind im Zuge der Covid-19-Pandemie wieder erste Veranstaltungen erlaubt, doch die Regeln sind strikt: maximal 50 Personen, Mindestabstand 1,5m, Maske, Hygienekonzept, Einlasskonzept. Für die privaten Veranstalter: unwirtschaftlich. Einzig manche Theater wagen sich vor…

  • Im Zug durch die eigene Egozentrik – „Faserland“ im Residenztheater (Kritik)

    Gerade erst geht das zweite Wochenende mit dem Theaterparcours des Residenztheaters zu Ende, schon werden die nächsten Personen in das Foyer gelassen, um den Soloabenden beizuwohnen, die seit diesem Wochenende endlich wieder das Staatsschauspiel mit Leben erfüllen. Während am Lastenaufzug und bei der Schönen Aussicht bereits die ersten Kleinigkeiten laufen, werden acht Interessierte hintergründig in die Theaterkantine geleitet, denn dort…

  • Der Wahnsinn dreht sich – „Fester Samstag II“ in der Staatsoper (Kritik)

    35 Minuten dauern die „Eight Songs For Mad King“ von Peter Maxwell Davies mit Applaus, nur minimal länger als der Einlass selbst. Und dennoch: es lohnt sich, diesem kurzen Vergnügen seine vollste Aufmerksamkeit zu schenken. Die Bayerische Staatsoper nimmt sich diesem Monodrama für Bariton und sechs Instrumenten zu ihrem zweiten „Festen Samstag“ an, in dem vorrangig Ensemble-Mitglieder für kurzes, kleines Programm…

  • Offener Brief an Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Staatsminister Bernd Sibler

    München, 10. Juni 2020   Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Söder, sehr geehrter Herr Staatsminister Sibler, ich wende mich heute mit einem offenen Brief und einer Bitte an Sie. Zu Beginn möchte ich Ihnen aber erst einmal für Ihre Arbeit in der Corona-Pandemie danken. Der schnelle und strikte Lockdown war mutig und richtig, und sicherlich spreche ich nicht nur für…

  • Jedermann für Wenige – „Fester Samstag I“ in der Staatsoper (Kritik)

    Mit dem Großveranstaltungsverbot bis zum 31. August 2020 im Zuge der Eindämmung von Covid-19 war die Bayerische Staatsoper das erste Theater Münchens, das die Spielzeit vorzeitig beendete – Kompromisslösungen gäbe es bei der Oper nicht, vielleicht noch im Publikumssaal, aber niemals auf der Bühne. Wie soll ein 70-köpfiges Orchester auf Abstand in den Graben? Und Produktionen wie „Die Meistersinger von…

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