Ein magisches Erlebnis mit viel Glanz und Glitzer – Disneys „Die Eiskönigin“ im Stage Theater an der Elbe in Hamburg (Kritik)

Disneys aktuell neuste Musical Produktion „Die Eiskönigin“ ist im November 2021 endlich auch in Hamburg angekommen. Nach einer erfolgreichen Spielzeit am Broadway und anschließenden Tour-Produktionen durch Nordamerika und Australien sowie festen Produktionen in London und Tokio ist das Hit-Musical nun auch im Stage Theater an der Elbe in Hamburg zu sehen und begeistert kleine und große Zuschauer. Wir waren am 9. Februar 2022 dabei und haben uns mitnehmen lassen in das magische Königreich Arendelle.

© Stage Entertainment

Für all diejenigen, die den erfolgreichsten aller Disney Filme nicht gesehen haben: Elsa und Anna sind die zwei Töchter des regierenden Königspaars des nördlichen Königreiches Arendelle und genießen ihre unbeschwerte Kindheit. Doch Elsa wurde mit einer Gabe geboren, die es ihr ermöglicht, Schnee und Eis zu erschaffen und zu kontrollieren. Beim nächtlichen Toben mit ihrer kleinen Schwester geschieht das Unheil und Elsa trifft Anna mit einem Eisblitz am Kopf. Zwar kann die kleine Anna gerettet werden, aber von nun an muss Elsa lernen, ihre Gabe im Griff zu behalten und zu verheimlichen, was über die Jahre immer unmöglicher wird. Als die Eltern auf hoher See ums Leben kommen, isoliert sich Elsa vollkommen von ihrer Außenwelt und Anna wächst quasi auf sich allein gestellt im Palast auf. An Elsas Krönungstag geschieht dann das Undenkbare: ihre Magie bricht frei und versetzt Arendelle in einen ewigen Winter! Elsa flieht in die Berge und es liegt an Anna, sie zurückzubringen und Arendelle vom Schnee zu befreien.

Der Film Die Eiskönigin kam 2013 in die Kinos und das Musical eröffnete 2018 am Broadway in New York, beides waren riesige Erfolge und begeisterten Disney-Fans sowie Musical-Liebhaber. Die deutsche Produktion von Stage Entertainment hat zwar einige Elemente des Originals verändert, jedoch bleibt sie Inszenierung von Regisseur Micheal Grandage ein wahrhaft magisches Theater Erlebnis.

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Die Disney-Musical-Produktionen sind bekannt für ihre atemberaubenden Kostüme, Bühnenbilder und Effekte und auch „Die Eiskönigin“ übertrifft alle Erwartungen. Ausladende Ballkleider, farbenfrohe Muster und die fantastischen Puppen für den lebendigen Schneemann Olaf (gespielt von Elindo Avastia) und das niedliche Rentier Sven (gespielt von Aleksandr Kochkin) entführen die Zuschauer in das magische Reich. Besonders die beiden talentierten Puppenspieler beeindrucken durch ihre physische Ausdruckskunst, die sicherlich Schwerstarbeit sein dürfte, auch wenn es auf der Bühne natürlich kinderleicht aussieht. Aber auch die Darsteller der menschlichen Charaktere lassen nichts zu wünschen übrig.

Wir hatten das Vergnügen, für beide Hauptrollen die alternierenden Darstellerinnen sehen zu dürfen, und auch wenn das Publikum eventuell anfänglich für die große Namen wie Sabrina Weckerlin und Celena Piper nach Hamburg gekommen ist, so lassen Janneke Ivanokova (Elsa) und Willeminjn Maandag (Anna) alle Zweifel in Windeseile verfliegen. Beide werden ihren Rollen mehr als gerecht und verzaubern als Schwestern-Duo mit guter Atmosphäre und fabelhaften Gesangstimmen. Auch der minimale Akzent der beiden Darstellerinnen ist einfach zu übersehen, wenn sie doch die bekannten Lieder wie zum Beispiel „Liebe öffnet Türen“ oder „Lass jetzt los“ scheinbar mühelos und gesanglich unglaublich stark vortragen.

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Vor dem herausragenden Bühnenbild spielt sich die Geschichte um die beiden entfremdeten Schwestern in dramatische Höhen und die technischen Abteilungen der Produktion lassen die Magie dabei nicht zu kurz kommen. Egal ob Schneesturm, Eisspitzen oder ein ganzer Eispalast – diese Inszenierung lässt die aus dem animierten Film bekannte Magie wie natürlich in der Realität erscheinen. Da glänzen bei einigen Zuschauer*innen die Augen vor Stauen und Begeisterung, egal ob Jung oder Alt. Jedoch bleibt hinzuzufügen, zwar ist das Musical für Kinder ab drei Jahren freigegeben, jedoch sind Zwischenrufe und Bewegungsdrang der jüngeren Zuschauer durchaus ein ablenkender Faktor und können die Abläufe auf und hinter der Bühne stören. Die Londoner Produktion hat bereits vor einigen Wochen die Altersempfehlung auf sechs Jahre erhöht, und auch wir finden, dass die Eiskönigin zwar ein Kinderfilm, jedoch nicht unbedingt ein Kindermusical ist. Es braucht die Begeisterung eines Kindes und das Verständnis eines Erwachsenen, um die Magie dieser Produktion und die damit verbundene Arbeit von allen Beteiligten auf und hinter der Bühne zu begreifen und wertzuschätzen.

Zum Schluss bleibt nur eine wärmste Empfehlung auszusprechen – diese Produktion ist ein Muss für alle Disney-Fans und auch für Musical-Neulinge. Hoffentlich bleibt es uns noch längere Zeit in Hamburg oder womöglich auch bald woanders erhalten.

Kritik: Anna Matthiesen