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Kinga Glyk – am 18. Januar im Prinzregententheater
In Kinga Glyk hat der europäische Jazz seinen neuen Shooting-Star gefunden. Die polnische E-Bassistin versteht es wie keine zweite, traditionelle Jazz-Arrangements mit ihren cleveren Eigenkompositionen zu verknüpfen. Besonders eindrucksvoll: ihre mitreißenden Funk-Stücke, die glatt zum Tanzen einladen. Das dürfte zwar am 18. Januar im Prinzregententheater etwas schwer werden, aber ein mehr als eine Überlegung ist der Besuch bei der aufsteigenden…
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Julia Fischer – am 19. Januar in der Philharmonie
„Bei Julia Fischer klingt das gleiche Stück selbst beim hundertsten Mal wieder frisch und unverbraucht, gleichsam extemporiert. Es ist schwer zu sagen, woran das liegt, denn Fischer spielt äußerst notengetreu, fast schon bieder, konservativ. Und das ist gut so. Denn sie hat es nicht nötig, auf sich oder die Musik durch mehr aufmerksam zu machen, als die Partitur hergibt. Immer…
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100 Miles To Hell – Lucifer Rising Festival in der TonHalle (Festivalbericht)
2019 war ein spannendes Konzertjahr mit vielen Überraschungen, sowohl positiv als auch negativ. Den krönenden Abschluss des Konzertjahres gab es am 30. Dezember in der TonHalle München, und was für einer das war: Die Lucifer Rising-Festivaltour hat im Jahre 2019 ihr Debüt gefeiert und das gleich mit einem Silvester-würdigen Knall. Headliner ist des Abends sind Venom. Die Pforten der Tonhalle…
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Es grünt so grün zur Weihnachtszeit – „My Fair Lady“ im Gärtnerplatztheater (Kritik)
Kurz vor Weihnachten ist es wieder soweit: Das Gärtnerplatztheater zeigt klassische Stücke, und unter diesen ist auch eines der bekanntesten Muscials aller Zeiten: My Fair Lady. Dieses wurde, obwohl eigentlich recht traditionell inszeniert, im Theater am Gärtnerplatz auf Bayerisch vorgeführt. Und das ist auch keine schlechte Idee, die Doolittles sprechen nun einmal Dialekt, doch leider hat man etwas übertrieben. Dabei…
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Ein winterliches Schauermärchen – „The Snow Queen“ in der Staatsoper (Kritik)
„Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen gilt als eines der für Kinder untauglichsten Märchen, was wohl auch eines der Gründe ist, wieso es nicht zu den ganz großen Sagen der Märchenschmöker zählt. Komponist Hans Abrahamsen hat sich der Geschichte seines Landesgenossen angenommen und die Geschichte erstmals als Oper vertont, im Auftrag der Königlichen Oper Dänemark. Direkt nach der Uraufführung in…
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*** KiM wünscht frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2020! ***
Liebe KiM-Leser, es ist mal wieder so weit: ein ganzes Jahr voller Kultur und Erlebnisse ist vorbei. Sicher war nicht immer alles leicht, aber 2019 war insgesamt doch ein wunderbares Jahr für uns als Magazin! Deshalb gönnen wir uns nun auch eine kleine Auszeit und sind von nun an bis einschließlich 7. Januar 2020 im kleinen Betriebsurlaub. Zwar…
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Letztes Leben – Killerpilze im Backstage Werk (Konzertbericht)
„Wann haben wir zum letzten Mal, etwas zum ersten Mal gemacht?“, fragen sich die Killerpilze auf ihrem neuesten Album „Nichts ist für immer…“ und kommen wohl zum Entschluss: viel zu selten. Daher werden nach 17 turbulenten und kraftvollen Jahren Bandhistorie die Instrumente vorerst bei Seite gelegt und sich stattdessen auf andere Dinge im Leben fokussiert. Nicht aber ohne eine ausgiebige…
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Wenn wir in Europa sind – „Kassandra/Prometheus. Recht auf Welt“ im Marstall (Kritik)
„Wenn wir in Europa sind, wird es schon aufhören, du wirst sehen“, sagt Boubacar zu Blessing, um sie zu beruhigen. Ihre Albträume der gescheiterten Flucht, der Angst des Ertrinkens, sie werden aufhören. Ob es denn so gekommen wäre, wird man nie erfahren – Blessing schafft es nicht nach Europa. Ihre Geschichte, auch die ihres Mannes, und dem Fortgang derer, wird…
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„Mir geht’s grad nicht so gut“ – „Der eingebildete Kranke oder das Klistier der reinen Vernunft“ im Residenztheater (Kritik)
An Molières „Der eingebildete Kranke“ kommt man wohl schwerlich vorbei, zumeist noch nicht einmal in der Schule, spätestens dann aber in der Theaterlandschaft entkommt man der Komödie auf der Bühne nicht mehr. Dabei ist der reine Text relativ zäh und gar nicht mal allzu besonders, weswegen das Residenztheater wohl auch eine Textneufassung von PeterLicht in Auftrag gegeben hat, was sich…
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Daniel Barenboim – am 17. Januar in der Philharmonie
„Er ist, unter den Pianisten unserer Zeit, der immer noch hoffnungsvolle Romantiker. Clavichordästhetik und Hammerflügelfarbe interessieren ihn weniger, seinen selbst entworfenen, parallel besaiteten, glockenklaren Maene-Barenboim-Flügel dagegen liebt er. […] Was zählt, ist der klangerfüllte Augenblick – und der ist flüchtig, durchlässig und veränderlich, kann auch erinnerungstrunken geraten oder sentimental. Oder witzig: Wie rasch und leicht, zum Beispiel, der letzte Ton…