Konzerte,  Metal & Rock

In My Darkness – Mono Inc. in der Musik-Arena (Bericht)

Strahlender Sonnenschein und eine brütende Hitze haben die bayerische Hauptstadt nun schon seit Wochen fest in ihrem Griff. Der Festivalsommer ist in diesem Jahr für viele ein Traum und auch das Tollwood am Olympiapark in München erfreut sich in diesem Jahr besten Wetters und zieht, wie jedes Jahr, ein buntes Publikum an. Umso kontrastreicher ist die Fangemeinde der Hamburger Gothic-Rock-Band Mono Inc., die am Freitagabend auf das Festivalgelände strömen, um Teil eines düsteren Programms zu sein. Unterstützung finden sie von der Sängerin Sotiria und der Melodic-Rock-Band D-A-D, die auch als „Disneyland After Dark“ bekannt sind. Das Publikum wirft sich gerne mal in schwarze Schale, trotzdem bleibt es bunt gemischt und auch der ein oder andere Hippie sticht unter den dunklen Gestalten hervor, genauso wie Familien, die mit ihren Kindern einen besonderen Abend genießen wollen.

© Tollwood

Für den Auftakt sorgt Sotiria, die früher unter dem Namen Eisblume die deutsche Emo-Gothic-Szene mitgeprägt hat. Unter ihrem neuen Namen hat sie Ende letzten Jahres – nach langer Pause – ihr neues Album „Meine Liebe ist Gift“ veröffentlicht, das sie an diesem Abend präsentiert und mit dem sie musikalisch zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Sichtlich nervös leitet sie mit „Rubinrot“ ein, ein Song, der sich auch auf ihre eigene Vergangenheit zu beziehen scheint. Publikumsnah gibt sich die Sängerin und klagt hin und wieder über die große Hitze, zeigt aber auch Dankbarkeit, als Support für Mono Inc. auftreten zu dürfen. Ihr Klassiker „Eisblumen“, ein Coversong der Band Subway to Sally, darf an diesem Abend natürlich nicht fehlen, und so zeigen sich auch ein paar Fans ihres früheren Projekts, die den Refrain noch immer mitsingen können. Und auch ihren Ärger über ihren früheren Manager kann sich Sotiria nicht verkneifen, aufgrund dessen sie ihren alten Künstlernamen nicht mehr verwenden darf. Mit „Tanzen Richtung Untergang“ entlässt sie das Publikum in die erste Pause des Abends und begrüßt neue sowie alte Fans am Merch-Stand.

Setlist: Rubinrot / Vergissmeinnicht / Weck mich auf / Schwarze Rosen / Weiß wie Schnee / Meine Liebe ist Gift / Schwarzer Diamant / Dein Spiel ist aus / Eisblumen (Subway to Sally cover) / Tanzen Richtung Untergang

Weniger düster beginnen D-A-D ihren Auftritt mit Spielmannszug-Musik, die von rockigen Klängen übertönt wird. Die Skandinavier, die musikalisch auf klassischen Heavy Rock setzen, sind nun schon seit den 1980er-Jahren aktiv und auch ihre Bühnenoutfits erinnern an eine Mischung aus Cowboys und Glam-Metal. Ob sie damit stilistisch in den doch sehr schwarzen Abend passen, ist fraglich, sie bringen aber eine ausgewogene Abwechslung und passen zum kulturellen Grundsatz des Tollwood Festivals.

Setlist: Evil Twin / 1st, 2nd & 3rd / Written In Water / Speed Of Darkness / Grow Or Pay / Riding With Sue / Something Good / Monster Philosophy / Everything Glows / Bad Craziness / Sleeping My Day Away

© VDPictures

Passend zu Mono Inc. und ihrem neuen Album „Darkness“ ziehen schwarze Wolken auf und bringen eine wohltuende Abkühlung mit Regen. So füllt sich die Musik-Arena plötzlich sichtlich, während es bei den beiden Voracts noch eher spärlich besucht war. Dass die Hamburger „Raben“ auf eine lange Schaffensperiode zurückschauen können, beweisen sie mit einem Programm, das ihre musikalische Reise nachvollziehen lässt und alte wie neue Fans voll und ganz abholt. Im Zeichen des Rabens steht auch das aufwändige Bühnenbild, das große Flügel hinter der Schlagzeugerin schlagen lässt. Selbst auf Feuer wird nicht verzichtet, ebenso wenig auf Pestdoktoren, die in ihren schwarzen Roben und Laternen über die Bühne schleichen. Mit „Together Till the End“ leiten sie in ihre lange Show ein.

Emotional wird der Abend nach einem kurzen Umbau, bei dem ein weißer Flügel auf die Bühne geschoben wird, hinter dem Sänger Martin Engler Platz nimmt und zu „An Klaren Tagen“ anstimmt, bei dem er von Schlagzeugerin und Sängerin Katha Mia gesanglich unterstützt wird. Er selbst kann seine Tränen nach dem Song nicht mehr zurückhalten und muss mit gebrochener Stimme den darauffolgenden Titel „Dein Anker“ ankündigen, in dem es um Menschen geht, die in schweren Zeiten für einen da sind. Die gedrückte Stimmung können Mono Inc. jedoch schnell wieder in Energie umwandeln und spätestens bei der ersten Zugabe „In My Darkness“ sind alle wieder in gewohnter Tanzfreude. Mit „Children Of the Dark“ werden die Raben in die Nacht entlassen, von denen sich einige auf einen gemeinsamen Umtrunk oder Snack unter das bunte Treiben auf dem noch vollen Tollwood mischen.

Setlist: Together Till The End / Funeral Song / Louder Than Hell / Lost In Pain / Arabia / Boatman / Still / Welcome To Hell / Abendrot / Get Some Sleep / Voices Of Doom / An klaren Tagen / Dein Anker / Heartbeat Of The DeadZugaben 1: In My Darkness / Lieb MichZugabe 2: Children Of The Dark

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