Konzerte,  Metal & Rock

Highway Star – Deep Purple in der Musik-Arena (Bericht)

Alljährlich verirrt sich immer mindestens eine besonders große Legende der Musikgeschichte auf das Tollwood Sommerfestival, wie beispielsweise Tom Jones, Patti Smith, Lynyrd Skynyrd, Sting oder Toto. Im Jahr 2026 sind das fraglos Deep Purple, die am 19. Juli 2026 in der Musik-Arena zugleich den letzten Tag der diesjährigen Ausgabe begehen. Andererseits könnte man wohl kaum besser enden als mit den zeitlosen Rocksongs der Briten. Neben Klassikern der 1970er-Jahre haben sie auch reichlich neue Songs aus ihrem dieses Jahr erschienenem Album „Splat!“ im Gepäck, welches sie im restlos ausverkauften Konzert präsentieren.

Zuvor dürfen aber erst einmal The Howlers um 19 Uhr den Abend eröffnen. Das Rock-Duo aus London erinnert zwangsläufig an Bands wie Royal Blood, klingen dann aber doch wie eine unentschlossene Mischung aus Oasis und Radio-Poprock. Auch wenn die Songs, vorrangig aus ihrem kommenden Album „Heavy“, recht gefällig daherkommen und sich gut weghören lassen, bleibt nichts so recht haften. Lediglich das abschließende „D.R.I.V.E.“ kann ein wenig zünden und lässt die Briten immerhin nach rund 30 Minuten unter reichlich Jubel die Bühne räumen.

Setlist: Night Crawling / Viper / Heavy / You Can Be So Cruel / L.A. Morning / Cold Sweat / D.R.I.V.E.

© Jim Rakete

Kurz nach 20 Uhr beginnt die Leinwand zu flimmern, daraufhin betreten Deep Purple das Podium. Tosender Applaus, natürlich auch, als die ersten Töne von „Highway Star“ angestimmt werden. Eine schöne Idee, mit diesem Klassiker zu beginnen, wenngleich Sänger Ian Gillan gleich zu Beginn stimmlich stark gefordert ist. Der 80-jährige Sänger hat ordentlich zu kämpfen, kommt aber durch den Song und wirkt danach erst so richtig warm – weitere gesangliche Hürden wie bei „Into The Fire“ oder „Space Truckin‘“ meistert er dagegen mit Bravour. In diesem Alter mit dieser Energie rund 100 Minuten auf der Bühne stehen: Allein das gebührt Respekt.

Nicht weniger geht dieser Respekt an Ian Paice am Schlagzeug, Don Airey am Keyboard oder Roger Glover am Bass. Was diese Musiker, die alle um die große 80 schwirren, noch an Druck und zugleich Tightness abliefern, ist beachtlich. Lediglich „When A Blind Man Cries“ wandert als ruhigere Ballade in die Setlist, ansonsten geht es laut zur Sache. Dass allerdings gleich sechs der 15 Songs aus den letzten beiden Studio-Alben stammen, zeigt auch, dass sie sich nicht als reiner Nostalgie-Act verstehen. Ihr seit 2022 neuer Gitarrist Simon McBride hat den Herren eine erstaunliche Frischzellenkur verpasst, die sie seitdem spielerisch auf der Bühne ebenso ausstrahlen. Man kann fast froh sein, dass sich Deep Purple nie an ihre Abschiedstouren gehalten haben, sondern immer weiter machen: Auch im Jahr 2026 sind die Briten eine Macht. Hush!

Setlist: Highway Star / A Bit On The Side / Hard Lovin‘ Man / Into The Fire / Arrogant Boy / Lazy Sod / Lazy / When A Blind Man Cries / Diablo / Scriblin Gib’rish / Space Truckin‘ / Smoke On The WaterZugaben: Guinnesis / Hush / Black Night

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner