The Pretender – Foo Fighters in der Allianz Arena (Bericht)
Die Sonne brennt vom Himmel, Zehntausende Menschen sind auf dem Weg in die Allianz Arena München: Die Zeichen stehen bestens für das Open-Air-Konzert der amerikanischen Rockband Foo Fighters, die am 17. Juni 2026 auf ihrer „Take Cover“-Tour Halt machen. Tatsächlich markiert das ihr erstes Konzert seit 2007 in der bayerischen Landeshauptstadt. Damals noch im Zenith, nun im Stadion und das zudem fast ausverkauft. Ob die Band um Frontmann Dave Grohl, die vor allem für ihre energetischen Performances, aber weniger für ihre stadiontauglichen Shows bekannt ist, das ausfüllen kann? Man darf gespannt sein.
Relativ früh beginnt das Konzertprogramm: Um 17:30 Uhr starten Otoboke Beaver ihr Set. Die japanische Band besteht aus vier Frauen, die sich dem schnellen, rotzigen Punk verschrieben haben. Bedenkt man ihre Herkunft aus Kyoto, das vor allem für Historisches und alte Kultur steht, ist der Kontrast, in dem ihre vor Energie fast explodierende Musik steht, fast noch etwas skurriler. Ein starker Start! Ganze 50 Minuten dagegen haben Inhaler, die um 18:30 Uhr den Main Support übernehmen. Das irische Indie-Rock-Gespann ist bereits seit einigen Jahren in aller Munde, konnte bereits als Support von u.a. Arctic Monkeys von sich hören lassen und hat nicht zuletzt am Vortag zum Konzert das Hansa 39 im Feierwerk in rasender Geschwindigkeit ausverkauft. In der Bewegung zwar recht statisch, ist ihre Musik aber ein Grower, der von Song zu Song intensiver und eingängiger wird. Fast schon schade, dass gegen 19:20 Uhr Schluss ist.

Der frühe Start der Vorbands hat vor allem damit zu tun, dass die Foo Fighters eine mächtige Spielzeit anpeilen: Fast drei Stunden werden sie am Ende die Lieder ihrer reichen Diskografie präsentieren. Das ist noch kaum absehbar, als sie kurz nach 20 Uhr die Bühne unter großem Jubel entern und mit „All My Life“ ins Set starten. Später packt Sänger Dave Grohl aber die Ansage aus und steigert sich: „Do you want one hour? Do you want two hours?“, bis er bei den drei Stunden angekommen ist. Wegen der Curfews um 23 Uhr wird er die Marke zwar leicht verfehlen, aber an Hits, Energie und Songs mangelt es an diesem Abend wahrlich nicht. Das beginnt mit rosa Rauchwolken und endet 27 Songs später.

Mittendrin steigert sich vor allem Grohl immer intensiver mit seinem extrovertierten Gesang, seinem physischen Gitarrenspiel und dem stetigen Anpeitschen des Publikums. Die restliche Band spielt sauber, routiniert, aber deutlich statischer, was die volle Allianz Arena wenig stört: Die Songs werden gefeiert, Stücke wie „Best Of You“ oder „My Hero“ lautstark mitgesungen. Selbst die Tourneeproduktion ist recht imposant: Etliche Stroboskoplichter gesellen sich neben die zahlreichen Bildschirme, später werden noch ganze Bühnenelemente nach unten fahren, um ein eindringliches Lichtspektakel zu ermöglichen. Die Foo Fighters sind sich ihrer Stadiongröße bewusst und haben das in der Produktion und auch Spiellänge angepasst. Kein Wunder, dass die Menge äußerst zufrieden und glücklich nach dem abschließenden „Everlong“ das Stadion verlässt. Chapeau!
Setlist: All My Life / The Pretender / Times Like These / Rope / Stacked Actors / My Hero / Learn To Fly / These Days / Walk / This Is A Call / No Son Of Mine / Wheels / Marigold / Window / Big Me / Under You / La Dee Da / Your Favorite Toy / Medley / Monkey Wrench / Breakout / Aurora / Cuaght In The Echo / Best Of You – Zugaben: The Teacher / Exhausted / Everlong
Bericht: Ludwig Stadler
Fotos: Josefina Gerstner



