Konzerte,  Metal & Rock

Awaken – Breaking Benjamin in Berlin (Bericht)

Was für eine kleine Sensation: Breaking Benjamin sind zurück in Europa! Die amerikanische Rock-Band ist zwar kein Arena-Act auf dem europäischen Kontinent, aber dafür ein sehr seltener Gast. Frontmann Benjamin Burnley, der zugleich Sänger und Aushängeschild der Band ist, hat seit jeher Flugangst. Das gesamte Durchbruchalbum „Phobia“ aus 2006 widmet sich seinen Ängsten, es sollten weitere 10 Jahre vergehen, bevor die Band erstmals hier auftreten wird. Seitdem ist wieder viel Zeit verstrichen, doch im Jahr 2026 – neun Jahre nach ihrem letzten Intermezzo – sind sie endlich wieder zurück, auch in Deutschland. Neben Festivals spielen sie ein paar ausgewählte Headliner-Shows, unter anderem am 22. Juni 2026 im Huxleys Neue Welt im Berlin.

© CAA

Das Konzert ist in Windeseile ausverkauft – wenig überraschend, bedenkt man Popularität, Hallengröße und Exklusivität der Band. Um 20 Uhr spielen Return To Dust ein rund 30-minütiges Set, die derzeit ihre erste Tournee durch Europa zelebrieren. Musikalisch angelehnt an Genre-Größen wie The Smashing Pumpkins, aber auf etwas mehr Geschwindigkeit getrimmt, kann das junge Vierergespann durchaus überzeugen. Deutlich mehr Jubel erklingt allerdings in der Halle, als um 20:55 Uhr die fünf Herren von Breaking Benjamin auf die Bühne schreiten und recht unverblümt mit „I Will Not Bow“ starten. Der Sound von meist zwei, aber auch oft drei E-Gitarren macht sich schnell bemerkbar: Die Zeichen stehen auf kräftiger, intensiver Rockmusik.

Dabei kann man Burnley quasi zusehen, wie er von Song zu Song etwas mehr auftaut und sich dem euphorischen Treiben der Berliner*innen hingibt. Die präsentieren sich recht textsicher und singen sich durch die zwar nostalgische, aber doch gut durchmischte Setlist. Dabei fallen auch „Awaken“ und „Something Wicked“ rein, die als Vorbote für das neue Album – das erste seit 2018 – bereits erschienen sind. Damit beweist die Band deutlich, dass sie auch nach knapp 30 Jahren Bandhistorie immer noch nicht verlernt hat, packende und mitreißende Songs zu schreiben. Am Ende versinkt man so sehr in der melancholischen Rockmusik, dass der rund 80-minütige Auftritt rasend schnell vergeht und gegen 22:15 Uhr bereits mit „The Diary Of Jane“ ein Ende findet. Burnley kündigt eine Rückkehr an, dann vielleicht in größeren Hallen. „The bigger, the better“, sagt er lachend, bevor der nächste Song losgeht. Hauptsache es dauert nicht wieder neun Jahre!

Setlist: I Will Not Bow / Until The End / Evil Angel / Crawl / Red Cold River / Blow Me Away / Follow / Angels Fall / You / So Cold / Polyamorous / Dear Agony / Something Wicked / Breath / Awaken / Failure / Dance With The Devil / The Diary Of Jane

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