Konzerte,  Metal & Rock

One Of A Kind – Guns N’ Roses & Mammoth in Berlin (Bericht)

Seit Guns N’ Roses 2016 ihre Reunion-Tour begonnen haben, sind die Herren pausenlos weltweit unterwegs und spielen eine umfassende Rockshow in Stadien nach der anderen. Man möchte meinen, irgendwann wäre der Moment gekommen, an dem eine kleine Pause präferiert wird, aber stattdessen wird auch mit dem Ende der Pandemie der Tour-Zyklus fortgeführt. Nach weiteren Sommern als Headliner auf großen Rock-Festivals sowie in den Stadien, wagt man sich 2026 in ein etwas anderes Konzept: Erstmals gibt es wieder Hallenshows. Jeweils zweimal werden die größten Arenen in europäischen Metropolen bespielt, so auch in Berlin: Am 23. & 25. Juni 2026 in der Uber Arena. Mit dabei sind Mammoth, die Band von Wolfgang Van Halen, die zuletzt schon auf der Slash-Tour mit dabei waren.

© K2 Agency

Allgemein gibt es an Mammoth, ehemals Mammoth WVH, wahrlich kein Vorbeikommen: Sowohl durch ihren stetigen und dennoch wertigen Output (erst 2025 ist das dritte Album „The End“ erschienen) als auch ihre zahlreichen Supportshows von namhaften Branchengrößen wie Alter Bridge, Metallica, Slash oder eben Guns N‘ Roses haben sich die Herren rund um den Kopf, Komponisten und Sänger Wolfgang Van Halen einen beachtlichen Namen gemacht. Die Routine merkt man ihnen an: Jeder Ton sitzt, jedes Riff zielt genau in die richtige Kerbe, jede Interaktion ist genauso angedacht. Fast wünscht man sich ein wenig mehr Esprit bei der rund 40-minütigen Performance, aber auch Mammoth touren seit Jahren faktisch pausenlos. Die Früchte davon dürfen sie im Herbst auf ihrer ersten Standalone-Headliner-Tour ernten, dort spielen sie unter anderem in Berlin und Nürnberg.

Setlist: One Of A Kind / Another Celebration At The End Of The World / The Spell / Like A Pastime / Same Old Song / I Really Wanna / Don’t Back Down / The End

Bereits um 19:45 Uhr verdunkelt sich abermals die Arena und Guns N‘ Roses übernehmen die Bühne, impulsiv und passend mit „Welcome To The Jungle“. Mit beachtlichen Lichtelementen und einer riesigen Leinwand, die allerdings irritierend oft die gleichen Animationen abspielt, ummanteln sie ihre Musik auch in einem arenawürdigen Setting. Dennoch stehen die Zeichen deutlich auf Musik: Es reiht sich Song an Song an Song. Am Ende vergehen knapp drei (!) Stunden reines Konzert, davon kaum Ruhemomente und überraschenderweise auch nur zwei solistisch längere Ausführungen, so bei „Double Talkin‘ Jive“ und einem Solo von Slash vor dem finalen Hit-Block. An mangelnder Quantität kann man sich wahrlich nicht beschweren.

© Guns N‘ Roses

Die Qualität der Performance dagegen, insbesondere von Sänger Axl Rose, steht öfter in der Kritik. Beim Konzert in der Uber Arena beweist er allerdings, dass er gesanglich ohne Probleme dazu in der Lage ist, auch die Höhen zu erreichen, wenngleich er natürlich nicht mehr die kratzig-glamige Stimme der 1990er-Jahre perfekt erwischt. Den Großteil singt er aber sowieso im normalen Stimmregister, und hier glänzt er – zuzüglich zur körperlich rastlosen Performance, die er voller Energie über die drei Stunden hält. Da läuft er seinen Musikerkollegen Slash, Duff McKagan am Bass und Richard Fortus an der Gitarre wortwörtlich den Rang ab, die dennoch spielerisch allesamt astrein abliefern. Am Ende bleibt sehr deutlich das Gefühl, hier gerade nicht ein weiteres Konzert einer langwährenden Tour zu sehen, sondern einen Auftritt, den die Musiker als auch das Publikum ehrlich fühlen und genießen.

Setlist: Welcome To The Jungle / Bad Obsession / Mr. Brownstone / Slither / It’s So Easy / Live And Let Die / Chinese Democracy / You Could Be Mine / Estranged / Sabbath Bloody Sabbath / Nothin’ / Double Talkin’ Jive / Wichita Lineman / Knockin’ On Heaven’s Door / Attitude / Civil War / Atlas / Think About You / Rocket Queen / Perhaps / The General / Sweet Child O’ Mine / November Rain / Madagascar / Nightrain / Paradise City

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