Stuck – Limp Bizkit in der Wuhlheide Berlin (Bericht)
Eine der Bands, die am deutlichsten von der aktuellen Nostalgiewelle um die Jahrtausendwende profitieren, sind Limp Bizkit. Auch wenn die Band um Fred Durst, Wes Borland, DJ Lethal, John Otto und dem verstorbenen Sam Rivers nie weg von den Bühnen war, sind sie längere Zeit doch etwas auf einer Größe stehengeblieben und mit leicht wechselnden Besetzungen nicht so recht auf die Beine gekommen. Seit sie 2019 zurück in Originalbesetzung auf der Bühne stehen und damit einhergehend auch ihr Album „Still Sucks“ veröffentlicht haben, scheinen sie wieder auf Kurs zu sein – zeitgleich zum Hype der alten Hits wie „Break Stuff“ oder „My Generation“. Das zeigt sich auch an ihrem recht kurzfristig angekündigten Open-Air-Konzert am 24. Juni 2026 in der Wuhlheide Berlin: Trotz eines Mittwochs sind die rund 20.000 Karten vergriffen.
Im Vorprogramm sind die amerikanische Musikerin DeathByRomy um 18:15 Uhr und anschließend die schräge Metal-Sensation Igorrr um 19:15 Uhr, die der wartenden Menge in extremster Sonne und Hitze ihre Musik präsentieren. Es ist eine etwas undankbare Situation, denn einerseits möchte man sich die Energie für den Headliner aufsparen und kann schlichtweg bei 32 Grad nicht in der Sonne stehen, andererseits haben die Künstler*innen die volle Aufmerksamkeit verdient. In jedem Fall stehen die Berliner*innen um 20:30 Uhr, nachdem der immergleiche Countdown immer wieder heruntergelaufen ist, bereit, als Limp Bizkit auf die Bühne treten.

Und mit was für einem Feuerwerk! Gleich zu Beginn gibt es ein Deep-Cuts-Feuerwerk aus „Show Me What You Got“, „Out Of Style“ und „Just Like This“ – die Fans danken es und beginnen mit wilden Moshpits und reichlich Bewegung. Wes Borland scheint zu Beginn noch mit seiner Gitarre und den Effekten zu kämpfen, aber spätestens bei „Break Stuff“ und „Hot Dog“ ist er im richtigen Modus und die Show hat ihren Flow gefunden. Wieso man sich allerdings dazu entschlossen hat, die Leinwand vor allem dafür die nutzen, die Lyrics der Songs mitlaufen zu lassen, bleibt ein Rätsel. Den Karaoke-Effekt hat die Band eigentlich nicht nötig.
Mit „Re-Arranged“ und einem kurzen Schweigemoment gedenken Fred Durst und seine Mitmusiker dem erst im Oktober 2025 verstorbenen Sam Rivers. Der Bassist hatte immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, musste immer wieder Tourneen aussetzen. Zuletzt ist er aber wieder gemeinsam mit der Urbesetzung auf der Bühne gestanden. Nun führen seine Kollegen die Band in seinem Sinne weiter. Das Publikum dankt es: Die Berliner*innen präsentieren sich tanzfreudig. Wohl auch deswegen legt die Band zwischen den Songs immer wieder kurze Pausen ein, um keine völlige Eskalation passieren zu lassen. Ihre Setlist dagegen besteht aus dem üblichen Hit-Repertoire, aber auch einigen unerwarteten Perlen wie „9 Teen 90 Nine“ oder dem erstmals seit zwölf Jahren gespielten „Stuck“ des Debütalbums. Bevor die Band pünktlich um 22 Uhr die Bühne räumen, gibt es ihren größten Hit einfach ein zweites Mal: „Break Stuff“. Warum auch nicht. Limp Bizkit sind auch im 33. Jahr ihres Bestehens eine großartige Live-Band. Keep on rollin‘, baby!
Setlist: Show Me What You Got / Out Of Style / Just Like This / Break Stuff / Hot Dog / 9 Teen 90 Nine / My Generation / Livin’ It Up / Stuck / My Way / Re-Arranged / Rollin’ / Nookie / Full Nelson / Behind Blue Eyes / Take A Look Around / Break Stuff


