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Krieg aus, Friede überdrüssig – „Einer gegen alle“ im Residenztheater (Kritik)
Sobald irgendwo Oskar Maria Graf draufsteht, eilen die Münchner hin. In der Forschung wird dieses Phänomen schon humoristisch gesehen, wurde der Bäckersjunge aus Berg bei Starnberg zu Lebzeiten doch zumeist belächelt und hat erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs überhaupt etwas Aufmerksamkeit bekommen. Zu spät für Graf, der bereits in New York seine neue Heimat gefunden hat und den Deutschen…
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Anblaggd – Maerzfeld im Backstage Werk (Konzertbericht)
Not macht bekanntlich erfinderisch. Zwar ist es wieder möglich vor Publikum, bestuhlt und auf Abstand, zu spielen, aber das fühlt sich für die NDH-Metaller von Maerzfeld falsch an. Auf der Bühne große Rockshow, während das Publikum nicht einmal aufstehen darf? Also packen die Franken ihre Stühle aus, tauschen elektrisches Werkzeug durch akustische Saiteninstrumente und holen sich ein Piano dazu. Geboren…
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Dies ist die Stunde – Armin Kahl im Hofspielhaus (Kritik)
„Ein Abend mit Armin Kahl“ war der Solo-Konzertabend des Musicaldarstellers Armin Kahl für Mai betitelt und alsbald auch gut gekauft, als das geschieht, was uns immer noch beschäftigt: Corona. Doch sowohl das Hofspielhaus als auch Kahl lassen sich nicht unterbekommen und holen diese Premiere nun im Oktober nach – zwar mit weniger Besuchern, aber noch mehr Enthusiasmus. Der erste Termin…
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Virtuoses Testament – 1. Akademiekonzert in der Staatsoper (Kritik)
Große Orchester und pompöse Mahler-Werke: das gehört vorerst der Vergangenheit an. Selbst die größten Bühnen der Welt haben zu kämpfen, größere Orchesterbesetzungen mit den allgemein gültigen Abstandsregelungen unterzubringen. Die Bayerische Staatsoper hat bereits bei Opernaufführungen mit einem erweiterten Orchestergraben dementsprechend dagegen etwas unternommen, nun wandert das Bayerische Staatsorchester für das 1. Akademiekonzert sowieso auf die Hauptbühne. Unter dem Dirigat des…
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„Manchmal bin ich glücklich, normalerweise unglücklich“ – ‚Borderline‘ im Marstall-Theater (Kritik)
Am 3. Oktober feiern die Deutschen mit dem ‚Tag der Deutschen Einheit‘ die Wiedervereinigung zwischen Ost und West. Auf der anderen Seite der Welt in Nord- und Südkorea blickt man nach Deutschland und fragt sich: Wie haben sie das gemacht? Wie schaffen wir das auch? Wie überwinden wir die Grenze zwischen unseren beiden Staaten und können wieder zu einer Einheit…
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Awaking The Centuries – Haggard im Backstage Bierzelt (Kritik)
Es gibt doch noch einige Überraschungen, selbst in so unruhigen Zeiten wie der aktuellen. Und so lassen sich die durchaus seltenen Gäste von Haggard für gleich zwei Konzerte im Backstage München in deren Bierzelt, auch genannt Arena Süd, blicken. Am 30. September 2020 als auch dem Folgetag, 1. Oktober, gibt es die wilde Mixtur aus mittelalterlichen Klängen, klassischer Musik und…
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Kitsch, Konfetti und Koloratur – „L’elisir d’amore“ in der Staatsoper (Kritik)
29. September 2020 – die letzte Aufführung des ersten Monats der Wiedereröffnung. Ein wildes Unterfangen in der Bayerischen Staatsoper, denn von der verschobenen Großpremiere mit Marina Abramović bis zur Kapazitätserhöhung auf 500 Plätze war einiges geboten in diesem Start-Monat während der Corona-Pandemie. Neben Wien wagt München als einziges Opernhaus von Weltrang die Wiedereröffnung. Und während die Metropolitan Opera in New York…
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Der Schuh des Manitu – ab 13. Oktober 2021 im Deutschen Theater
ACHTUNG: Die Produktion im Deutschen Theater verschiebt sich um ein Jahr auf den 13. Oktober 2021 bis zum 9. Januar 2022! Karten behalten ihre Gültigkeit! „Der Schuh des Manitu“ zählt seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2001 zu den erfolgreichsten deutschen Filmen aller Zeiten, knapp 12 Millionen Kinobesucher verzeichnete der Film in den Kinos. Die spritzige und extrem humorvolle Komödie traf…
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Wilderei am Wolfgangsee – „Im weißen Rössl“ am Gärtnerplatztheater (Kritik)
Das, was heutzutage Songs wie „Tage wie diese“ von Die Toten Hosen sind, waren damals die Lieder aus den Operetten und Singspielen, aber tatsächlich ganz besonders von „Im weißen Rössl“. Die fröhliche Mixtur aus flottem Theaterstück und beißenden Ohrwürmern vollzieht noch heute, seit der Uraufführung 1930, ihren Siegeszug und gipfelte in der Verfilmung im Jahr 1960 mit u.a. Peter Alexander,…
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Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – „M(3) – Eine Stadt sucht einen Mörder“ im Marstall (Kritik)
Nach der Hörspielfassung M(1) und dem Open Air-Abend M(2) auf dem Marstallplatz, wird die Reihe nun zu Ende geführt mit M(3) – Eine Stadt sucht einen Mörder (Hässliche Furcht oder schönste Gegenwehr?). Die markanten Motive aus M(1) und M(2) tauchen in Musik (Cathy van Eck) und Text hier wieder auf. Die ursprüngliche Inspiration liegt im gleichnamigen Film aus den 1930er-Jahren. Die…