Der Rhythmus ist überall – „STOMP“ im Prinzregententheater (Bericht)
Tack-Tack-Tack-Tack – immerwährend bleibt ein Rhythmus, ein Beat im Ohr und im Kopf, als man nach der Aufführung von „STOMP“ das Theater verlässt. Kaum verwunderlich, denn hinter dem Publikum liegen 110 Minuten atemlose und ununterbrochene Soundshow, die zeigt, wie sich aus alltäglichen Gegenständen im Kollektiv eine Percussion-Wucht erzeugen lässt. Im Münchner Prinzregententheater feiert die Kult-Show am 31. März 2026 Premiere und bleibt dort für weitere acht Vorstellungen über die Ostertage bis einschließlich Ostermontag.
Bereits 1991 fand die weltberühmte Show Uraufführung im schottischen Edinburgh statt, seitdem ist das Ensemblestück durch die ganze Welt gezogen und lief ganze 29 (!) Jahre am Broadway. In München war „STOMP“ zuletzt 2023 im Deutschen Theater zu sehen, nun kehrt es zurück in die bayerische Landeshauptstadt. Zu Beginn wirkt das Spektakel noch ruhig und harmlos, lediglich ein Besen macht leichte Wischgeräusche, bevor das erste, titelgebende Stampfen dazukommt. Nicht lange dauert es, dann kehren ganze acht Personen auf der Bühne umher – und legen unverblümt mit einer rhythmischen Wucht los.

Gesprochene Worte gibt es nicht, auch keine Ausflüge in andere Stil- oder Musikrichtungen. Dennoch wird hier nicht nur getrommelt und gestampft, sondern mit sehr viel Humor und Schauspiel gearbeitet. Jedes Mitglied bedient eine Rolle: Der Leader, der Bewegliche, der Riese, die Impulsive… und natürlich auch der Clown. Aus den Rollen fallen sie lediglich dann, wenn sich der choreografierte Rhythmus zuspitzt, allerdings ist der Fokus des Publikums dann so stark auf der Bühne, dass nur noch das zählt. Mittendrin bringen aber die Rollen und Gags reichlich Abwechslung und Heiterkeit, die aus dem pausenlosen Stück ein nicht kurzes, aber kurzweiliges Vergnügen werden lassen. Nicht mindestens einmal zu lächeln, ist in dieser Vorstellung faktisch unmöglich.
Kein Gegenstand ist sicher: Besen, Mülltüten, Mülleimer, Rohre, Schlauchboote, Dosen, Stangen, Streichholzschachteln, Feuerzeuge und viele mehr. Zweimal denkt die Inszenierung besonders groß und bespielt das gesamte Bühnenbild, bei dem man sich bereits zu Beginn fragt, wann und wie die riesige Pfannen- und Topffront, die im ersten Stock befestigt ist, wohl eingebunden wird. Die Momente in der Mitte und am Ende der Show sind überwältigend und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck, dennoch sind es auch oft die kleinen Mittel, die schon zu Beginn fesseln: Klatschen, Stampfen, Schnipsen. Es ist naheliegend, dass das Publikum miteinbezogen wird und selbst mitmachen darf, was den Münchnerinnen und Münchnern überraschend gut gelingt. So wird zum Schluss noch einmal ordentlich auf der Bühne aufgefahren, bevor der Abend so endet, wie er angefangen hat: Mit dem Kehren des Besens.

„STOMP“ ist auch 35 Jahre nach der Uraufführung eine Wucht und hat nichts von seiner Strahlkraft verloren. Die perkussiven Choreografien sind virtuos, treffsicher, ungemein körperlich und so treibend, dass man noch lange von diesem Erlebnis zehren wird. Da möchte man sich glatt an den Ostertagen selbst ein bisschen am Trommeln versuchen…
„STOMP“ läuft bis einschließlich Ostermontag, 6. April 2026, im Prinzregententheater. Infos & Tickets gibt es hier.


