Divide – The Plot In You im Zenith (Bericht)
Sie sind seit einigen Jahren die Shooting-Stars des Alternative Metal: The Plot In You. Lange eine Liebhaberband im Metalcore, haben sich die Amerikaner bereits mit „Dispose“ im Jahr 2018 eine größere Fanbase aufgebaut, die im vergangenen Jahr mit den EPs „Vol. 1“, „Vol. 2“ und „Vol. 3“ noch einmal eine besonders große Reichweite angenommen hat. Unermüdlich touren die Herren durch die Welt; so kommen sie gerade ein Jahr nach ihrer letzten Europa-Tour wieder nach Deutschland, dieses Mal am 12. November 2025 ins Zenith München.
Mit dabei haben sie gleich drei Vorbands: Cane Hill, Saosin und Currents. Cane Hill starten bereits irrsinnig früh um 18 Uhr, die wiedervereinten und seit über 18 Jahren (!) erstmals wieder in München spielenden Saosin beginnen um 18:50 Uhr. Das ist reichlich früh unter der Woche, aber spätestens zu Currents um 19:45 Uhr ist das Publikum im Zenith eingetroffen. So recht feierwütig wirken die sonst im Metalcore energischen Münchner*innen zwar nicht, aber Currents hält das nicht davon ab, ein starkes 10-Song-Set abzuliefern und dabei einen Rundumschlag aus ihren beiden Alben und der neuen EP zu präsentieren. Besonders Sänger Brian Wille begeistert mit einer beachtlichen Gesangsrange, die zu den oft überraschend technischen Stücken bestens passt. Die Amerikaner spielen keinen Standard-Metalcore: Die Texte gehen tief, die Riffs sind ausgefallen. Das wird auch zurecht ordentlich gewürdigt, als sie nach „Better Days“ die Bühne unter großem Jubel verlassen.
Setlist Currents: Living In Tragedy / Rise & Fall / Remember Me / Guide Us Home / Making Circles / The Death We Seek / It Only Gets Darker / Monsters / Kill The Ache / Better Days

Wieso The Plot In You sich nun 40 Minuten Zeit lassen, obwohl der Umbau rasend schnell abgeschlossen ist, bleibt fraglich, aber um 21:10 Uhr lichtet sich das Zenith und ein kleiner Retro-Fernseher neben dem Schlagzeug-Podest fängt an zu flimmern. Kurz darauf stürmen die Musiker die Bühne und starten lautstark mit „Don’t Look Away“ und „Divide“. Passend dazu setzt ihre Produktion Akzente, die der Show ungemein guttun und für ein rundes Erlebnis sorgen: Zahlreiche kleine Movinghead-Lichter, ein Sessel mit Retro-Lampe für die Performance von „Silence“ und ein erhöhter Schlagzeugsteg, der immer wieder auch von den weiteren Instrumentalisten genutzt wird. Dazu: Konfetti und natürlich eine große Lichtshow.
Trotzdem mag der Auftritt nicht so recht zünden. Sänger Landon Tewers trifft zwar den Großteil der Töne, aber seine Stimme wirkt müde, seine Performance ausgelaugt. Das zahlreiche Getoure scheint die Band doch etwas mitgenommen zu haben, auch bei der Orientierung. „Munich, it’s been a long time“ – naja, im September 2024 haben The Plot In You noch in der ausverkauften TonHalle gespielt, solange ist das nun nicht her. Abgesehen davon zündet ihre Songauswahl aber fraglos, Lieder wie „Been Here Before“ entwickeln live eine viel größere Energie als erwartet. Nach gerade einmal 60 Minuten und ohne eine Zugabe ist aber bereits Schluss, „Feel Nothing“ schließt den Abend. Etwas arg kurz für einen Headliner-Auftritt. Bereits im kommenden Jahr sind sie wieder auf den europäischen Festivalbühnen zu sehen.
Setlist: Don’t Look Away / Divide / Pretend / Paradigm / The One You Loved / Face Me / Not Just Breathing / Been Here Before / Silence / Forgotten / Spare Me / Closure / Time Changes Everything / Left Behind / Feel Nothing
Bericht: Ludwig Stadler


