In geheimer Mission im Konzertsaal – „James Bond: Skyfall in Concert“ in der Isarphilharmonie (Bericht)
Star Wars, Harry Potter, Der Herr der Ringe – all diese großen Film-Marken und -Welten vereinen nicht nur zahlreiche Fans auf der ganzen Welt, sondern auch: die Musik. Erklingen die ersten Sekunden einer unlängst legendären Melodie, ist man im Kopf sogleich in der visuellen Welt der jeweiligen Geschichte. Genau diese Musik bekommt im „Film in Concert“-Format endlich den Stellenwert, den sie verdient. Angesiedelt zumeist im klassischen Konzertsaal, läuft der originale Film auf einer großen Leinwand in einer Tonspur ohne Musik, denn diese wird zeitgleich von einem Orchester gespielt. Mit „James Bond: Skyfall in Concert“ kommt nun erstmals auch ein Film der legendären Agentenreihe mit diesem Format nach München. Am 24. & 25. Januar 2026 begibt sich 007 auf eine seiner erfolgreichsten Missionen in der Isarphilharmonie.

Die Lust auf James Bond ist zu spüren, beide Vorstellungen sind ausverkauft. Und wie wird es klingen, wenn die wuchtige und bereits im Kino mitreißende Eröffnungsmelodie und -sequenz live im Konzertsaal erklingt? Bis die sich fortbewegenden Punkte erscheinen und darin Bond die Waffe gen Kamera richtet, vergehen allerdings knapp drei Stunden, die trotz beachtlicher Filmlänge und einer Pause wie im Fluge verstreichen. „Skyfall“ ist der dritte Film mit Daniel Craig als Bond und gilt auch 13 Jahre nach seinem Erscheinen als einer der besten Bond-Filme und Craigs Sternstunde als Geheimagent. Mit zeitloser Bildgewalt, rasanten Actionszenen und teils rastlosen Sequenzen weiß der 23. Bond-Einsatz bestens zu unterhalten und zu fesseln. Dass allerdings nur eine geringe Minderheit im Publikum den Film noch nicht gesehen hat, dürfte ebenso wahrscheinlich sein. Wobei man immer wieder vergisst, wie charismatisch und ausdrucksstark Javier Bardem als Bonds Gegenspieler agiert und zurecht als einer der stärksten Antagonisten der Reihe gilt.
Eigentlicher Star des Abends sind aber fraglos die Münchner Symphoniker, die unter der Leitung von Ernst van Tiel die Musik erst so richtig zum Leben erwecken. Auch wenn der Score in der normalen Kino-Audiospur laut genug zu hören ist, gerät er doch während des Ansehens immer wieder in den Hintergrund. Dieses Problem besteht hier nicht: Das Orchester ist prägnant, kräftig und der Dialog-Tonspur immer ein kleines bisschen überlegen. Genug, um selbst in den Actionszenen, die zwangsläufig die Konzentration auf die Leinwand lenken, sehr präsent zu bleiben. Lediglich beim Vorspann, unterlegt von Adeles gleichnamigen Song „Skyfall“, reißt ein etwas zu motiviert gespieltes Schlagzeug aus dem sonst stimmigen Gesamtbild. Der weitere, von Thomas Newman komponierte Soundtrack könnte dagegen kaum passender dargeboten werden. Auch wenn Newman das Rad der Bond-Scores nicht neu erfindet, sind alle bekannten und vom Publikum erwarteten Klänge verarbeitet. Spätestens dann, wenn Bond gemeinsam mit M, gespielt von der grandiosen Judi Dench, im Aston Martin sitzt und die E-Gitarre den ikonischen tiefen Basslauf ansetzt, zaubert es der vollbesetzten Isarphilharmonie ein Lächeln ins Gesicht.

Dass am Ende alles gut ausgeht, ist für einen 007-Einsatz fast schon Ehrensache. Auch wenn sich der Film etwas intensiver mit den Konsequenzen der Handlungen innerhalb des MI6 beschäftigt und damit eine überraschend selbstkritische Komponente fokussiert, ist es schlussendlich doch eine Mission, die erfolgreich zu Ende gebracht werden muss, allen Widerständen zum Trotz. Und während der Abspann im Kino normalerweise schon zum Gehen einlädt, ist es hier natürlich ganz anders: Die Münchner Symphoniker spielen noch einmal die prägnantesten Melodien des Films und sorgen für einen wunderbaren Ausklang, der trotz der riesigen Kinoleinwand den Konzertcharakter noch einmal hervorhebt. Keine Frage also, dass van Tiel und die Orchestermusiker langen und intensiven Applaus erhalten. „James Bond: Skyfall“ erweist sich als grandiose Wahl für das „Film in Concert“-Format. Vielleicht stattet Bond mit einem weiteren Einsatz der Isarphilharmonie irgendwann wieder einen Besuch ab – das Münchner Publikum wäre sicher dabei.


