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Wake Up – Black Veil Brides im Backstage (Bericht)

Was für eine schöne Meldung, als Black Veil Brides eine ihrer seltenen Headliner-Konzerte in Deutschland angekündigt haben: Inmitten der Festivals machen sie am 10. Juni 2026 im Backstage Werk München Halt. Gemeinsam mit The Funeral Portrait als Support stehen die Zeichen bestens, als wenige Tage zuvor ihr Schlagzeuger Christian „CC“ Coma aus familiären Gründen zurück in die USA musste. Spontan eingesprungen ist der Godsmack-Drummer Wade Murff, dem es tatsächlich gelungen ist, innerhalb eines Tages einen Großteil des Sets zu lernen. Dass das ganze Konzert aber wohl anders als anfänglich geplant verlaufen wird, zeigt sich relativ schnell.

© The Team

Bei The Funeral Portrait funktioniert noch alles reibungslos, als sie um 20 Uhr ihr Set im überraschend vollen Backstage Werk beginnen. Relativ kurzfristig wurde das Konzert angekündigt, zudem unter der Woche und sowohl zeitlich als auch geografisch sehr nah am Festival Rock im Park, auf dem sie wenige Tage zuvor aufgetreten sind. Stören tut das angenehmerweise wenig, The Funeral Portrait bieten eine motivierte Rockshow, die an vielen Stellen an Shinedown erinnert, aber nicht ganz so rifflastig und intensiv wird, sich eher an Pop-Punk und Emo-Rock orientiert. Sänger Lee Jennings, ikonisch mit seinen grünen Haaren, weiß die Menge in jedem Fall angenehm mitzureißen und erntet reichlich Applaus, als sie nach rund 40 Minuten ihren Auftritt mit „Suffocate City“ beenden.

Mit etwas Verspätung zum geplanten Konzertstart wandern Black Veil Brides um 21:10 Uhr auf die Bühne und starten sofort mit ihrem größten Hit: „Knives And Pens“. Die Stimmung ist bestens, immerhin ist das auch ihr erster Headliner-Auftritt seit über zehn Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt. Fast schon ärgerlich ist es, dass man aufgrund der Kürze der Vorbereitungszeit kein gesamtes Set einstudieren konnte, am Ende sind es lediglich zwölf volle Songs, die gespielt werden. Frontmann Andy Biersack und seine Bandkollegen bemühen sich dennoch, die Zeit außergewöhnlich wie möglich zu gestalten: Ein spontanes Akustik-Intermezzo von „Saviour“, mehrere „Happy Birthday“-Versionen für Bassist Lonny Eagleton und, nachdem die Gesänge im Publikum nicht aufhören, ein zweites Mal „Wake Up“ als Zugabe.

© Josefina Gerstner

Besonders als frequentierter Festivalbesucher bei Black Veil Brides überrascht es doch, dass Biersack zwischen jedem Song lange, improvisierte und humorvolle Ansagen hält. So interagiert er reichlich mit dem Publikum, lässt sich Kerzen überreichen, scherzt über ein Beste-Freunde-Duo und schreibt jemanden in der ersten Reihe eine ironische Krankenmeldung für die Arbeit. Die Münchner*innen lachen herzlich, machen fleißig mit und lassen so die Länge des Konzerts deutlich strecken. Am Ende sind es immerhin 75 Minuten, als „In The End“ als letzter Song durch die Boxen schallert. Erfreulich: Besonders zu Beginn werden alle Singles des neuen Albums „Vindicate“ gespielt, das bei Fans und Kritikern bestens aufgenommen wurde und auch der Band sichtlich neue Energie gegeben hat. Am Ende wurde aus der Not eine Tugend gemacht: Ein besonderes Konzert mit viel persönlicher Ansprache und trotzdem einer angenehmen Menge Musik. Das nächste Mal aber gerne wieder mit vollem Headliner-Konzert.

Setlist: Knives And Pens / Bleeders / Hallelujah / Vindicate / Certainty / Rebel Love Song / Wake Up / Saviour / Revenger / Faithless / The LegacyZugaben: Wake Up / Fallen Angels / In The End

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