We Survive – Amy Macdonald im Zenith (Bericht)
Fast schon kometenhaft ist Amy Macdonald vor rund 20 Jahren aufgestiegen, als sie sich mit ihren Singles „Mr. Rock & Roll“ und vor allem „This Is The Life“ einen festen Platz in der Musiklandschaft gesichert hat. Etliche Alben und einige Hits später steht die Schottin immer noch auf den großen Bühnen der Welt, besonders in Deutschland ist ihre Beliebtheit ungebrochen. Das zeigt sich auch wieder auf ihrer aktuellen Tournee: Ihr Konzert am 8. Februar 2026 im Zenith München ist restlos ausverkauft.

Den Abend eröffnen darf Better Joy. Die britische Musikerin ist das erste Mal in Deutschland und gilt als Hoffnung des Brit-Indie, was sie auch eindrucksvoll in ihren rund 30 Minuten mit ihrer Band unter Beweis stellt. Um 20:30 Uhr betreten bereits Amy Macdonald und ihre fünfköpfige Band die Bühne, um mit „Is This What You’ve Been Waiting For?“ kräftig loszulegen. Ja, das ist definitiv das, worauf die Münchner*innen gewartet haben: Ihr letzter (elektrischer) Auftritt war 2017 in der TonHalle, eingestreut hat sie lediglich ein Akustik-Intermezzo im Circus Krone, wie wir berichteten, und 2022 eine Teilnahme bei Night Of The Proms. Doch eine Werkschau mit voller Band, die ihren prägnanten Sound aus Pop, Rock und Country widerspiegelt, ist etwas her. Vielleicht hat auch das dazu beigetragen, dass knapp 6000 begeisterte Menschen sich eine Karte geholt haben.

Und Amy Macdonald enttäuscht nicht: Ihre Stimme ist in bester Verfassung, die Songauswahl perfekt und ihre Band spielerisch auf höchstem Niveau. Untermalt wird alles von einer ausgewogenen, aber angenehmen Lichtshow und reichlich Projektionen auf einen weißen Fadenvorhang, was für eine spannende Abwechslung zu riesigen Screens sorgt. Besonders schön wird es bei ihren langen, aber sympathischen Ansagen, in denen sie ihren starken schottischen Akzent gar nicht erst zu verbergen versucht. Sie erzählt noch einmal von Schottlands Fußball-Gastspiel in München, als die Stadt leergesoffen wurde, aber auch von witzigen Anekdoten, wie einer Anfrage, ob sie nicht die deutsche Nationalhymne singen wolle. Rund 95 Minuten dauert der Auftritt am Ende, natürlich einschließlich ihrer großen Hits. Das Ende führt wieder zurück zu ihrem Debütalbum: „Let’s Start A Band“. Wie gut, dass sie es damals gemacht hat.
Setlist: Is This What You’ve Been Waiting For? / Dream On / The Hudson / Spark / Mr. Rock & Roll / Fire / Pride / Don’t Tell Me That It’s Over / Run / I’m Done (Games That You Play) / Slow It Down / Poison Prince / Can You Hear Me? / Statues / Barrowland Ballroom / This Is The Life – Zugaben: We Survive / The Glen (Beluga Lagoon cover) / Let’s Start A Band
Bericht: Ludwig Stadler
Fotos: Josefina Gerstner


