Allgemein,  Metal & Rock

Gods of Rock – The Sons of Huens in der Backstage Halle (Bericht)

Wenn Mehnersmoos beschließen, eine Rockband zu gründen, kann das eigentlich nur eine gute oder eine sehr dumme Idee sein. Unter dem Namen The Sons of Huens, gemeinsam mit ihren Cousins Marvin und Gereon, haben sie sich für ersteres entschieden und schicken ihre bewusst überzeichnete Hardrock-Fantasie mit ihrer EP „Gods of Rock“ im April 2026 auf „Welttournee durch Deutschland“.

In der ausverkauften Backstage Halle beginnt das Spektakel um kurz vor 21 Uhr und schon jetzt ist klar: Hier wird es eng. Die Luft ist von Anfang an heiß und stickig, der Männeranteil liegt gefühlt bei 90 Prozent, Biergeruch wabert durch den Raum. Das Publikum wartet nicht lange, bis die ersten „Sons of Huens“-Sprechchöre durch den Raum rollen.

Das Bühnenbild ist dabei fast schon minimalistisch: Ein großes Rocksymbol im Vordergrund, eine deplatzierte Konfettikanone zu Beginn, sonst wenig Schnickschnack. Musikalisch starten die Vier zunächst beinahe überraschend, statt Rock erinnert der Sound eher an Schlager als an klassische Stadionriffs. Überhaupt wirkt das Ganze zeitweise weniger wie ein klassisches Rockkonzert als wie eine sehr gut funktionierende Ballermann-Show. Die Band weiß das allerdings genau und spielt souverän mit dieser Mischung. Bereits in der ersten Ansage wird das Münchner Publikum zum besten der gesamten Tour erklärt, während andere Städte demonstrativ ausgebuht werden. Die charmant-absurden Moderationen gehören ohnehin zu den größten Stärken des Abends.

© The Sons Of Huens

Da auf der aktuellen Platte „Gods of Rock“ gerade einmal sechs Songs existieren, wird das Set schnell erweitert. Immer wieder tauchen kurze Einwürfe anderer Songs auf: Schlagerfragmente, Rockzitate und natürlich Material aus dem Mehnersmoos-Kosmos. Spätestens bei den ersten bekannten Tracks öffnen sich die ersten Moshpit-Kreise im Publikum. Ein besonderes Highlight liefert ein unerwartet enthusiastisch gefeiertes Melodica-Solo, das sich fast schon ironisch zum virtuosen Moment des Abends entwickelt. Auch kleinere Classic-Rock-Mashups sorgen für Begeisterung – als absolutes Stimmungshoch fungiert ein Mashup aus AC/DC’s „Back in Black“ und Mehnersmoos-Hit „Bir“. 

Die größte Überraschung des Abends folgt nur wenige Momente später: Mit Nico K.I.Z betritt ein prominenter Gast die Bühne und wird entsprechend frenetisch empfangen. Kurz darauf erscheint auch Kultfigur DJ Arschlochficker, dessen Name bereits ausreicht, um die Menge erneut in Jubel ausbrechen zu lassen.

Am Ende zeigt sich: München scheint wie gemacht für dieses Konzept. Die Mischung aus Volksfest-Hymnen, Rockklischees und dem typischen Mehnersmoos-Humor trifft in der Backstage Halle genau den Nerv des Publikums. Was als Rockparodie beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Party, bei der niemand so genau weiß, wie ernst das alles gemeint ist – und genau deshalb funktioniert es.

Setlist: Goldene Rolex / Verena / Hässlich / 1001 Nacht / 20cm „unplugged“ Version / Hätt‘ ich gewusst / Danke (unplugged) / Back in Back – Bir / Halt dein Maul – Westerland / Marmor, Stein & Eisen / Wahnsinn / Annalena / Erwischt / 3 Uhr Nachts / The Sons of Huens

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner