Fliegen – Nina Chuba in der Olympiahalle (Bericht)
Wer ist wieder da? Nina Chuba! Mit ihrer Arena-Tour im Herbst 2025 zum Release ihres zweiten Studio-Albums ist die deutsche Pop-Sensation bereits in der Olympiahalle gewesen, nun kehrt sie im Folgesommer dorthin zurück. Aber nicht nur einmal oder gar zweimal: Dreimal hintereinander spielt sie Münchens größte Indoor-Arena und hat alle Konzerte restlos ausverkauft. Allein diese Tatsache zeigt die Zugstärke und Größe der Wahl-Berliner. Mit welcher Bühnenproduktion und welchem Hit-Katalog sie am 4., 5. & 6. Juli 2026 in der Olympiahalle anreist und den rund 36.000 Besucher*innen präsentiert, haben wir uns am 5. Juli angesehen.
Support an allen drei Terminen ist Kayla Shyx. Die durch Instagram und TikTok populär gewordene Influencerin ist bereits seit wenigen Jahren auch musikalisch aktiv und konnte mit ihrem Album „sad girl summer“ erste Erfolge feiern. Nina ist ihr musikalisch sehr verbunden, das hat sie bereits mehrfach geäußert, so ist es ein naheliegender Weg, Shyx eine Bühne für ihre Musik zu bieten. Der etwas verträumte Indie-Pop verliert sich allerdings in einem sehr unausgewogenen, basslastigen Sound, dem die quirlig-sympathische Art der Sängerin wenig entgegensetzen kann. Nach rund 30 Minuten gibt es dennoch reichlich Applaus, bevor ein paar Interaktionsvideos hinter der Studio-Kulisse des „Die Leute lieben das“-Podcasts von Nina und ihrem Schlagzeuger und Freund Momme Hitzemann gezeigt werden. Als kleines Highlight folgt eine Hugs & Kiss Cam.
Setlist: wieder… / 4 Tage / Sad Girl Summer / Schmetterlinge / Prom Night / Pretty Boy / Liebesbriefe / lieb dich eigentlich 🙁

Pünktlich um 20 Uhr verdunkelt sich die Halle und das reichlich epochale Intro beginnt. Nina Chuba wählt ihre Eigennamenhymne „NINA“ wieder für ihren Konzertauftakt, nachdem sie vergangene Tour darauf verzichtet hat. Die Entscheidung zahlt sich aus: Laute Chöre, viel Gejubel und Freude bereits ab der ersten Minute im Publikum, auf der Bühne im Gegenzug Konfetti, Tanz und ein sehr mitreißender erster Block, der mit den folgenden „Mangos mit Chili“ und „Wildberry Lillet“ den Großteil der Fans abholen dürfte. Ganze 25 Lieder landen am Ende auf der Setlist des Abends, was Nina die Möglichkeit gibt, neben den mittlerweile doch zahlreichen Hits und Streamingerfolgen auch ein paar besondere, noch ungespielte oder länger nicht mehr präsentierte Songs auszupacken, wie „Nimm mich mit“, „Kilimanjaro“ oder „Tinnitus“.
Die Produktion ist sichtlich ein Upgrade der 2025er-Tour: Die besonders starken und wirksamen Momente, wie die Feuershow bei „Rage Girl“, das intensiv-tanzreiche „Jeeep“ oder das schlicht epochale „Fahr zur Hölle“ vor den Zugaben, hat man beibehalten, einige weniger wirksame Songs gekürzt, dafür einiges hinzugefügt und gepaart mit neuen und frischen Ideen, wie einer Drehbühne am Ende des Stegs, vielen neuen Choreografien und einer grandiosen Piano-Version von „Nicht allein“, ist ein rundes Gesamtkonzept entstanden. Auch musikalisch wurde vieles adaptiert und weitergedacht, immer wieder werden unerwartete Instrumentierungen von bekannten Songs wie „Ich glaub ich will heut nicht mehr gehen“ eingeworfen. Das lässt das Konzert frisch und unverbraucht wirken, auch für Konzert-Wiederholungstäter vom Vorjahr bleibt es so interessant und spannend.
Dabei fällt auch auf, dass sich Nina Chuba gesanglich noch einmal auf die nächste Stufe gebracht hat: So treffsicher und abwechslungsreich war ihre Vocal-Performance noch nie! Ihre spielerisch bereits die letzten Touren überragende Band steht dem in Nichts nach. Gepaart mit der Produktion, die besonders für deutsche Verhältnisse höchstens noch von Helene Fischer auf Arena-Level erreicht wird, liefert Nina Chuba ein von Beginn bis Ende dramaturgisch, aber auch performativ absolut perfektes Konzert ab, das sie noch einmal garniert mit freundlichen und herzlichen Ansagen, die beim vergangenen Mal noch etwas zu kurz gekommen sind. Bei so einem Level an Live-Qualität ist es umso bedauerlicher, dass sie 2027 eine Tour-Pause einlegt, bevor es 2028 mit neuem Material weitergeht. Man darf gespannt bleiben!
Setlist: NINA / Mangos mit Chili / Wildberry Lillet / Jeeep / Malediven / Kilimanjaro / Ich glaub ich will heut nicht mehr gehen / Fühlst du gar nichts? (ENNIO cover) / Wenn das Liebe ist / Nicht allein / ILMILMN / Unsicher / Fliegen / Fata Morgana / Fucked Up / Rage Girl / 3 Uhr Nachts / Überdosis / Nimm mich mit / Tinnitus / Glatteis / Waldbrand / Fahr zur Hölle – Zugaben: Ich hass dich / So lange her



