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Die letzte Schlacht – „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs – In Concert live to Film“ in der Olympiahalle (Bericht)

Unglaubliche elf Oscars hat Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs erhalten. Was als Film allein schon eine außergewöhnliche Leistung ist, wird umso beeindruckender, bedenkt man, dass es sich hier um einen großen Fantasy-Blockbuster handelt. Der Abschluss der Trilogie rund um die Sage um den Ring gilt auch über 23 Jahre nach seinem Erscheinen als einer der größten Filme aller Zeiten und würdiger Abschluss für Peter Jacksons Verfilmung von J. R. R. Tolkiens Werk. Das liegt nicht zuletzt an der einzigartigen Filmmusik von Howard Shore, der auf ungewöhnliche Instrumente wie die Hardangerfiedel oder eine Bodhrán zurückgreift. Mit über 200 Beteiligten kommt „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs – In Concert live to Film“ nun auf der Bühne der Olympiahalle München am 14. & 15. März 2026 zum Leben.

© Gerrit Cramer

Die Besonderheit des „In Concert live to Film“-Formats: Auf großer Leinwand läuft der Filmklassiker in einer Version ohne Musik, denn diese kommt live von einem Orchester auf der Bühne, in diesem Fall von den Münchner Symphonikern. Dazu gesellen sich zahlreiche Chorsänger*innen, hier der TUM-Chor und der Wolfratshauser Kinderchor, die für die stimmgewaltigen Choral-Parts, die Shore über die gesamte Partitur verteilt, sorgen. Die solistische weibliche Stimme ist Sopranistin Eleanor Grant, die für ihre stimmlichen Auftritte immer wieder Zwischenapplaus aus der Olympiahalle bekommt. Die Leitung und das Dirigat dieser unwahrscheinlich riesigen Ansammlung an Musiker*innen auf der Bühne hat Ludwig Wicki inne, der diese Rolle bereits bei der Weltpremiere der Filmkonzertversionen der Herr der Ringe-Filme übernommen hat.

Allein einen Überblick über diese Größenordnung zu gewinnen, dauert seine Zeit. Rund 9000 Fans der Filmreihe versammeln sich pro Abend in der Olympiahalle, die damit zum größten Kinosaal der bayerischen Landeshauptstadt wird. Dass der Konzertstart bereits um 18:30 Uhr (und am zweiten Termin am Sonntag bereits um 17 Uhr) angesetzt ist, wundert wenig: Der Film hat eine Lauflänge von 200 Minuten, dazu kommen eine Pause und die Zeit, die es immer wieder braucht, bis alle Beteiligten auf der Bühne stehen oder sitzen. Beeindruckender als das Sitzfleisch des Publikums sind jedoch die Ausdauer und Leistung der Musiker*innen: Zwar gibt es immer wieder Sequenzen, in denen lediglich Dialog stattfindet, der größte Teil ist allerdings durchkomponiert mit Musik.

© MünchenEvent

Der Befürchtung, dass die klangliche Qualität sich in einer Arena verlieren könnte, kann glücklicherweise schnell Entwarnung gegeben werden: Der Sound ist kräftig, sehr ausgewogen und lässt weder die Filmtonspur noch das Orchester oder den Chor penetrant laut werden, alle Komponenten sind im Einklang. Dementsprechend schnell vergeht dann doch die Zeit, selbst bei einem Film mit solcher Überlange, und die einzelnen Kapitel verstreichen wie im Flug. Dass es aber schlichtweg beeindruckend bleibt, wenn die letzte Schlacht nicht nur auf der schier endlos großen Leinwand zu verfolgen ist, sondern zusätzlich von so vielen Musiker*innen begleitet und untermalt wird, steht außer Frage. Ein so musikalisch-episches Kinovergnügen dürfte man so schnell nicht mehr in München erleben.

Bericht: Ludwig Stadler

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