Konzerte,  Metal & Rock

Blackhole – Architects im Zenith (Bericht)

Wenn man an einer Metal-Band die letzten Jahre kaum vorbeigekommen ist, dann wohl an Architects. Die Briten veröffentlichen seit Jahren kontinuierlich starke Musik, spielen unermüdlich Tourneen auf der ganzen Welt und durften die vergangenen Jahre den Support-Slot für Metallica und Linkin Park übernehmen. Diese harte Arbeit macht sich bezahlt: Ihr Konzert am 1. Oktober 2025 im Zenith ist ausverkauft, erstmals in ihrer Karriere. Kaum verwunderlich, ist ihr aktuelles Album „The Sky, The Earth And All Between“ ein wahres Manifest des modernen Metal.

© Anthony Tran

Zum Ausverkauf beigetragen haben sicherlich auch die Support-Acts: Wage War und House Of Protection. Letztere entern um 19 Uhr die Bühne und bringen eine schier unendliche Energie zu so früher Stunde auf die Bühne, dass die Münchner*innen nicht anders können als sich fleißig zu bewegen. Zwar sind House Of Protection nur zu zweit und müssen, zwangsläufig, auf reichlich Backing-Tracks zurückgreifen, dennoch spielen sie alles in ihrer Macht Stehende live – und flitzen dabei wie ein Wirbelsturm über die Bühne. Was die beiden Amerikaner in ihren 30 Minuten vollziehen, bleibt in Erinnerung.

Setlist: Pulling Teeth / Learn To Forget / Afterlife / Fuse / Godspeed / Fire / It’s Supposed To Hurt

Der immensen Energie sind sich Wage War ebenfalls bewusst und kontern dementsprechend kraftvoll. Ihre Setlist ist ein schöner Ausflug durch ihre Diskografie, erlaubt immer wieder ruhigere Momente wie „Blur“ und „Circle The Drain“, setzt den Schwerpunkt jedoch deutlich auf härtere Stücke. Das klappt hervorragend und sorgt für einen 40-minütigen Auftritt mit ordentlich Wucht. Beim anschließenden Umbau offenbart sich bereits das Bühnenbild: reichlich Lichtelemente an frei schwebenden Bühnenelementen, die im späteren Verlauf noch ihre Positionen wechseln und das Publikum mit einem exzessiven Stroboskop-Einsatz fordern, aber auch die musikalischen Momente eindrucksvoll betonen.

Setlist: Tombstone / Nail5 / Godspeed / Low / Circle The Drain / Stitch / Blur / The River / Magnetic / Manic

Um 21 Uhr geht es zunächst noch verhältnismäßig ruhig los mit „Elegy“, bevor Architects mit „Whiplash“ unverblümt ihre knüppelharte Setlist auf die rund 6000 Menschen loslassen. Sowohl Sound, Licht als auch Performance könnten kaum besser sein – man spürt sofort den deutlichen Sprung ihrer Live-Qualitäten und -Produktion im Vergleich zum Konzert 2023 im Zenith. Und selbst wenn Frontmann Sam Carter vom vielen Touren etwas mitgenommen wirkt, liefert er gesanglich überragend ab und wirkt ehrlich gerührt über die Tatsache, das Zenith als Headliner ausverkauft zu haben. Über 80 Minuten feiern die Briten pausenlos ihre Songs auf die hochmotivierten Münchner*innen, bevor sie sich mit „Seeing Red“ und „Animals“ verabschieden und wohl fraglos jeder anwesenden Person genau das gegeben haben, was sie sich erhofft haben.

Setlist: Elegy / Whiplash / When We Were Young / Black Lungs / Curse / A Match Made In Heaven / Deep Fake / Impermanence / Red Hypergiant / Gravedigger / Brain Dead / Meteor / Everything Ends / Royal Beggars / Gone With The Wind / Doomsday / BlackholeZugaben: Seeing Red / Animals

Bericht: Ludwig Stadler

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