Film

Was lauert unter dem Bett? – „Dust Bunny“ in der Filmkritik

Nachhaltig beeindruckende Werke wie „Hannibal“ oder „Pushing Daisies“ hat uns Bryan Fuller beschert, insofern ist eine Neuankündigung etwas, das zum Aufhorchen einlädt, besonders mit der abermaligen Beteiligung von Mads Mikkelsen. „Dust Bunny“ ist das neueste Projekt, das schon im Trailer verrät, dass man sich in eine düster-mystische Atmosphäre bewegt, die fantastisch-verspielt ein potenzielles Schauermärchen offenbart. Am Ende dreht sich alles um die Frage: Gibt es das Monster unter dem Bett oder eben nicht?

Die Story ist simpel, aber wirkungsvoll: Die junge Aurora (Sophie Sloan) glaubt an ein Monster unter ihrem Bett, das alle Leute frisst. Deshalb möchte sie ihren Nachbarn (Mads Mikkelsen), den sie hat kämpfen sehen, für die Beseitigung ihres Monsters beauftragen. Der glaubt ihr natürlich nicht, sondern sieht ein komplett anderes Konstrukt im Problem. Ob es das Monster gibt oder nicht, das bleibt die Frage. Mittendrin agiert noch Sigourney Weaver als Laverne, die etwas rätselhaft bleibt und Auroras Nachbarn unter Druck setzt.

© DCM

So recht griffig wird das alles nicht, aber das stört auch kaum. Die Grundfrage bleibt bestehen und findet sich in einer mystisch-farbigen Welt wieder, die mit absoluter Überzeichnung spielt, andererseits aber auch mit Cyberpunk-Ästhetik, wenn Aurora beispielsweise nachts durch Chinatown jagt. Bereits die Optik reißt die Zuschauer*innen in den Film, die kreativen und durchaus abgefahrenen Kamerafahrten und -perspektiven sorgen dafür, dass zu keiner Sekunde eine Ermüdung entsteht. Besonders die Optik, die Fuller hier in aller Form ausspielt, gibt dem Film bereits einen so großen Bonus, dass die Story sowieso zweitrangig wird.

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Im ersten Drittel des Films gibt es fast kein gesprochenes Wort, lediglich visuell nähern wir uns der Geschichte. Erst als Aurora vor der Tür ihres Nachbarn steht, wird es dialoglastiger. Und auch wenn die Figuren nicht allzu tief gezeichnet sind, füllen Mikkelsen, Weaver und besonders die Nachwuchsschauspielerin Sloan diese großartig aus. Man hat mächtig Spaß beim Zusehen und bekommt stets Neues geboten – von Mystery über Actions bis Horror. Auch an zynisch-trockenem Humor mangelt es nicht. Am Ende bleibt ein Film, der für rund 100 Minuten große Leinwandfreude sorgt. Wegweisend oder bedeutend wird „Dust Bunny“ zwar nicht, aber er entlässt das Publikum mit dem Wissen, gerade einen gelungenen Filmabend verbracht zu haben. Und damit hat Fuller alles geschafft, was er mit dem Film und Genre erreichen kann!

„Dust Bunny“ erscheint am 19. Februar 2026 in den deutschen Kinos.

Kritik: Ludwig Stadler

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