dont wait run fast – mgk in der Olympiahalle (Bericht)
mgk ist zurück in München! Der amerikanische Musiker hat in den vergangenen Jahren reichlich Genres durchwandert, von Hip-Hop bis Metal. 2020 dann endlich das Genre, für das er wie gemacht erschien: Pop-Punk. Mit seinem Album „Ticket to My Downfall“ ist er weltweit vom renommierten Act zum Festival-Headliner aufgestiegen. Diesen Erfolgsweg geht er nun mit seinem neuesten Werk „lost americana“ weiter. Seine Tour führt ihn Anfang 2026 auch nach Europa, bereits der zweite Stopp ist am 17. Februar 2026 die restlos ausverkaufte Olympiahalle.

Das Vorprogramm übernimmt Julia Wolf, mit der mgk gemeinsam auch den Song „Iris“ gecovert hat; später werden beide den Song noch auf einem Podest performen. Wolf hat leider mit durchwachsenem Sound zu kämpfen, kann aber einige Stolpersteine mit ihrer sympathischen Art kompensieren. Als um 21 Uhr das Licht für den Hauptact des Abends erlischt, lüftet sich auch das Geheimnis, was sich hinter der ausgestreckten, riesigen Hand verbirgt, die aus dem Vorhang hervorragt: eine untergehende, schreiende Freiheitsstatue, die in einer Hand anstatt ihrer Fackel eine Zigarette hält. Aus ihrem Mund kommt Machine Gun Kelly empor, zugleich schwebt die Gitarre von der Decke, und als beide vereint sind, startet „outlaw overture“. Ein wuchtiges Opening, das Eindruck hinterlässt.

Der Amerikaner ist nicht mit leeren Händen gekommen, ganze sieben Musiker*innen hat er mit dabei, dazu zwei Tänzerinnen, deren Nutzen und Mehrwert allerdings sehr gering bleiben. Hinzu kommen die Standard-Elemente für eine große, amerikanische Arena-Produktion: Feuer, Funkenregen, B-Stage, ausufernde Lichtshow. Fraglos funktioniert das, stachelt das Publikum an und bietet reichlich Schauwerte. Eindrucksvoller Moment: mgk steht auf dem Gipfel der Freiheitsstatuen-Hand und singt „I Think I’m Okay“, als plötzlich ein überdimensioniertes Feuerzeug nach oben gezogen wird und die Zigarette entzündet. So richtig in Fahrt kommen Band und Publikum allerdings erst, als sie die Songs von „Tickets to My Downfall“ anstimmen. Zu „bloody valentine“ stürmen zahlreiche (weibliche) Fans die Bühne und hüpfen begeistert mit dem Sänger im Takt.
Dennoch mag der Funke nicht so recht überspringen. Trotz der riesigen Produktion tragen seine Songs nicht über die rund 110 Minuten Lauflänge, die Ansagen sind ein Sammelsurium aus verwirrten Witzen und Drogenanspielungen, und auch sonst wirken viele Elemente nur reingeworfen, aber nicht dramaturgisch oder harmonisch umgesetzt. Seine Fans in der restlos ausverkauften Olympiahalle scheint das aber nicht zu stören, sie sind sichtlich begeistert vom Gastspiel des Musikers, und so endet der Auftritt gegen 22:50 Uhr mit dem aktuellen Hit der neuen Platte: „vampire diaries“. Man darf gespannt sein, mit welchen musikalischen Genres mgk beim nächsten München-Auftritt aufwarten wird.

Setlist: outlaw overture / starman / dont wait run fast / maybe / Wild Boy / El Diablo / ay! / Fuck You, Goodbye / goddamn / I Think I’m Okay / title track / drunk face / bloody valentine / forget me too / Who I Was / times of my life / kiss kiss / miss sunshine / Iris (Goo Goo Dolls cover) / treading water / Daywalker / Till I Die / concert for aliens / my ex’s best friend / jawbreaker / nothing inside / twin flame / play this when I’m gone / papercuts / Lonely Road / cliché / vampire diaries
Bericht: Ludwig Stadler
Fotos: Josefina Gerstner


