Film

Adam goes to Eternia – „Masters Of The Universe“ in der Filmkritik

Das Spiel mit der Nostalgie, es funktioniert immer und in den letzten Jahren ganz besonders: Altgediente IPs, die mit Kindheits- und Jugenderinnerungen verknüpft werden, bekommen einen frischen Anstrich, einen modernen Look und zumeist in Form einer großen Hollywood-Verfilmung. Nicht erst seit „Barbie“ dürfte bewiesen sein, dass dies sogar bei ungewöhnlichen Marken funktionieren kann. Da ist eine Neuauflage von „Masters Of The Universe“ noch relativ naheliegend, denn das Franchise von Mattel rund um die Action-Figuren He-Man, Skeletor und She-Ra ist dank Zeichentrickserien, Comics und einer Verfilmung im Jahr 1987 bereits etwas umfassender gewürdigt worden. Eine adäquate Neuausrichtung soll nun „Masters Of The Universe“ geben, der am 4. Juni 2026 in die Kinos kommt.

Die Geschichte ist klar: Der Held He-Man kämpft mit dem Schwert der Macht gegen den bösen Skeletor, der seine Heimat Eternia einnehmen und vernichten will. Dafür muss er das Schwert und den heiligen Ort Greyskull verteidigen. Da das selbst für einen Popcorn-Hollywoodfilm zu wenig Story ist, wird aus He-Man kurzerhand eine Underdog-Geschichte: Prinz Adam wird nach einem tragischen Zwischenfall auf die Erde geschickt, um dort das Schwert zu schützen. Das wiederum verliert er aber sofort und versucht es, über fünfzehn Jahre zu finden, während er sich ein Leben auf der Erde aufgebaut hat. Als er dann aber genau jenes Schwert wieder findet, stolpert er nicht nur zurück in seine alte Geschichte, sondern muss auch über sich selbst hinauswachsen.

© Sony Pictures Entertainment

Nein, der Film bekommt sicher keinen Preis für eine neuartige oder kreative Geschichte, aber das muss er auch gar nicht: Die Pfeiler sind durch das Franchise gesetzt, alles ist originalgetreu, aber dennoch mit frischem Ansatz umgesetzt und zahlreiche Side-Charaktere einschließlich netter Cameos sind Teil des rund 130-minütigen Films. Dass der Film noch nicht alle Personen des Universe rausfeuert, lässt Pläne und Optionen für Fortsetzungen vermuten, tut ihm in der sowieso schon gar nicht so leichten Einführung einer gesamten Welt auch ziemlich gut. Trotz der Nostalgie ist klar: So richtig ernst nehmen kann man die Handlung und Action-Figuren heutzutage nicht mehr, daher versucht sich der Film durchgehend an Selbstironie und Humor, was sicherlich kein neuer Weg mehr ist, aber im Rahmen des Materials der einzig vernünftige. Eine Meta-Ebene wie bei „Barbie“ bleibt passenderweise aus.

Stattdessen gibt es ein wahres CGI-Feuerwerk, das aus allen Rohren schießt und sich vor der Tatsache auch gar nicht versteckt. Es muss und soll nicht realistisch aussehen, lediglich abgefahren und passend. Das mündet in spaßigen Kämpfen, meist treffsicherem Humor und genug Selbstironie, auch sich selbst als Charakterabziehbild zu definieren, wie es beispielsweise Skeletor tut. Die Figur ist ein Bösewicht mit vielen Schichten? Nö, und da kommt auch nichts mehr. Ansonsten sieht man Nicholas Galitzine als He-Man, Camila Mendes als Teela und Idris Elba als Man-At-Arms die Spielfreude an, aber arg viel zu spielen gibt es in dem Film sowieso nicht. „Masters Of The Universe“ soll vor allem eins sein: Eine unterhaltsame, selbstironische Reise in die Vergangenheit. Und genau das funktioniert bestens.

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