Mensch vs. Tier in der Pixarwelt – „Hoppers“ in der Filmkritik
Immer wenn Disney und Pixar einen neuen Film ankündigen, ist das Aufsehen groß. Das Animationsstudio steht seit Jahrzehnten für allerhöchste Qualität in Optik, Storyline und Worldbuilding. Zahlreiche Auszeichnungen wie Oscars und Golden Globes für Kurz- und Langfilme belegen den Erfolg, Filme wie Toy Story, Findet Nemo, Cars oder Alles steht Kopf sind längst weltbekannte Marken. Bevor es in den fünften Teil von Toy Story geht – der Film, der 1995 alles begonnen hat –, erscheint mit „Hoppers“ am 5. März 2026 eine neue Origins-Story, die tief in das Tierreich führt.

Im Mittelpunkt steht Mabel Tanaka, die ihren geliebten Naturteich davor bewahren möchte, zerstört und für eine Umlaufautobahn verbaut zu werden. Diese Motivation lässt sie dank neuester Technologie in einen Tierkörper schlüpfen, um die Tiere zurück in den Teich zu bringen. Was sie stattdessen bekommt, ist ein Einblick in das Reich der Tiere, das sich Tanaka wohl kaum zu erdenken oder zu erträumen gewagt hätte …
So richtig gut erklären lässt sich die Handlung nicht, ohne mehrere Handlungsstränge vorwegzunehmen. Interessanterweise stützt sich der Film jedoch weniger auf seine technologische Grundidee als vielmehr auf das Worldbuilding im Tierreich. Dementsprechend ist der erste Teil des Films eher als langer Prolog zu verstehen, der letztendlich zu den Säugetieren und dem Bieberkönig führt, bevor wir immer tiefer eintauchen und schlussendlich im gesamten Tierreich unterwegs sind, das sich gegen die menschliche Bebauung seines Lebensraums auflehnt und dabei auch ein wenig zu radikal vorgeht …

Bezeichnend für die Arbeit von Pixar ist seit jeher die Qualität der Animationen, und diese braucht sich wahrlich nicht zu verstecken. Mit welcher Brillanz und Klarheit Wald, Wasser und Natur animiert wurden, ist schlichtweg atemberaubend. Die nicht realistische Abbildung von Personen und Tieren ist ausschließlich ein dramaturgischer Effekt, um eine zusätzliche Verfremdung in der ansonsten perfekten animierten Welt zu erreichen. Auch vergehen die rund 105 Minuten Laufzeit wie im Flug, nicht zuletzt, weil man sich durch die verschiedenen Phasen der Geschichte bewegt und sich dabei weder hetzt noch zu lange an einer Stelle verharrt. Dank einiger reichlich unerwarteter, kurzer Momente bleibt es bis zum überraschend groß geratenen Showdown durchgehend spannend. Dass man hier stark auf den Aspekt von Umweltzerstörung und menschlicher Verbauung setzt, ohne dabei sonderlich metaphorisch zu agieren, wie es Pixar sonst häufig tut, unterstreicht die Drastik, die dem kreativen Team innewohnt. Am Ende bleibt ein humorvoller, aber auch spannender Film, der dank vieler starker Einfälle und einer hochaktuellen Thematik Klein und Groß begeistern dürfte.


