Konzerte,  Pop & Crossover

Die Welt – Apache 207 in der Olympiahalle (Bericht)

Alle an Bord: Schon vor rund 1,5 Jahren startete der Vorverkauf zur neuesten Tournee von Apache 207, der auch etliche Jahre nach seinen ersten Erfolgen seine Größe und Relevanz verteidigen konnte und zu seiner bisher größten Arena-Tour ruft und einlädt. In München hält er dabei mit seiner Tour kurz vor Weihnachten am 16., 18. und 19. September 2025 in der Olympiahalle. Jeder Termin ist ausverkauft – und dadurch, dass sich die Bühne in der Mitte der Halle befindet, passen rund 13.300 Menschen pro Abend in die Arena. Die Flugzeug-Thematik zieht sich durch – auch wenn ein großer schwarzer Schleier die Bühne zuvorderst noch verdeckt.

© Feder Musik | Fabian Alexandrov

Bevor der schon traditionell zuvor auflegende DJ sein Set beendet und um 20:15 Uhr das Licht erlischt, lädt der schwarze Vorhang zum Schmunzeln ein. Zumindest für die, die noch nicht auf TikTok oder Instagram darauf gestoßen sind, was sich darunter verbirgt: ein Flugzeug. Tatsächlich wurde für die Tour ein altes Passagierflugzeug bühnentauglich gemacht, einmal in der Mitte durchteilt und gilt nun als bildgewordener Dreh- und Angelpunkt der Flugthematik. Darauf schwebt Apache vom Cockpitsitz herunter, um anschließend im feinsten Pilotenanzug den Streifzug durch seine Diskografie zu starten. Trotz der Mittelbühne wird nicht auf reichlich Feuer, Pyro und Lichttechnik verzichtet. Was sich auf dem recht kleinen Raum abspielt, ist schlichtweg beachtlich.

Rund um das Flugzeug versammelt sich die vierköpfige Liveband aus Drums, Gitarre, Bass und Keyboard. Erstmals ist Apache mit vollständiger Band unterwegs, die musikalische Wertigkeit merkt man dem Sound sofort an: Druck, Kraft und oft recht rockige Klänge. Das unterstreicht den 80s-Poprock-Sound, den der Sänger besonders in den letzten beiden Alben stärker angeschlagen hat, fügt sich aber auch bei mitreißenden Lieblingen wie „Fühlst du das auch“ perfekt ein. Selbst der Frontmann scheint sein Live-Autotune etwas gedrosselt zu haben und passt sich dem organischeren Sound an. Musikalisch ist das alles eine große Bereicherung und kein Vergleich zu der zwar showtechnisch beeindruckenden, aber musikalisch noch ausbaufähigen Vorgänger-Tour 2024.

© Feder Musik | Fabian Alexandrov

So beeindruckend ein Flugzeug auf einer Mittelbühne auch ist: Das Blickfeld bleibt statisch. Der Effekt ist groß, aber sättigt schnell. Dieser Gefahr war man sich zum Glück bewusst, denn aus den gegebenen Möglichkeiten wurde das Maximale rausgeholt: Apache auf dem geteilten Flugzeug, auf dem Dach, auf den Flügeln, auf dem Höhenruder, um das Flugzeug herum bei der Band. Zweimal geht er auch um die Rundbühne und klatscht mit dem Publikum ab, beim Song „Wolken“ fliegt er mit einer elektronischen Wolke bei den Rängen umher. Die Kreativität geht auch im letzten Drittel nicht aus, wenn Apache vom Anzug zur Lederkluft wechselt und den Anteil von treibenden Songs deutlich erhöht: „GWRM“, „Mann muss“, „Miami“ und das abschließende „Komet“. Die finalen Zugaben, einschließlich des Hits „Roller“, runden das Gesamtpaket nur noch einmal ab. Was für ein starker Auftritt von Apache 207! Es stellt sich nur noch die drängende Frage: Was soll jetzt noch kommen?

© Feder Musik | Fabian Alexandrov

Setlist: Ein Lied für dich / Fame / 200 km/h / Kein Problem / Sport / Die Welt / Neunzig / Wenn das so bleibt / Wolken / Loser / Engel / Was weißt du schon / Gefunden / Bei Nacht / Breaking Your Heart / GWHF / 7er / Fühlst du das auch / Coco Chanel / Mann muss / Miami / Komet – Zugaben: Morgen / Nie mehr gehen / Roller

Bericht: Ludwig Stadler

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner