„The Award Ceremony“ und Abschlussbericht zum 35. Filmfest München – Bericht

Und da ist es auch schon wieder vorbei, das 35. Filmfest München. Eines kann ich schon vorwegnehmen: Es war absolut großartig. So viele gute Filme habe ich noch nie in nur einer Woche erleben dürfen. Doch bevor ich diese Revue passieren lasse, möchte ich noch auf die inoffizielle Abschlussveranstaltung „The Award Ceremony“ vom letzten Samstag eingehen, welche die ein oder andere Überraschung für sich beanspruchte.

Stimmungsvoll wurden die Gäste im Carl-Orff-Saal am Gasteig von Maximilian Geller und seiner Jazz-Combo empfangen, bevor Moderator Michael Stadler den Abend eröffnete. Und zwar nicht irgendwie, sondern mit einer selbst gesungenen Lobeshymne („straight from the Heart“ wie er beteuerte) an den ebenfalls anwesenden Bill Nighy, bei dem das Publikum an bestimmten Stellen sogar lauthals mitgröhlen durfte. Ziemlich frisch, witzig und vor allem, ganz im Stile des Filmfests, familiär und locker. Genauso keck hieß er dann nacheinander die Repräsentanten der vier besonderen Filmfestauszeichnungen auf der Bühne willkommen, die ihre jeweiligen Preise verliehen.

Der Bayern 2 und SZ Publikumspreis ging direkt an „Immer noch jung“, das mitreißende Biopic der Killerpilze, zu dem wir bereits einen ausführlichen Bericht schrieben. Persönlich anwesend und überwältigt von Gefühlen nahmen die Jungs ihr Prunkstück jubelnd entgegen. Nach so einem Aufwand auch mehr als verdient. Außerdem ging der „Fipresci Preis“ an den warmherzigen Liebesfilm „Blind & Hässlich“, der „CineVision Award“ an das Fabrikarbeiter-Streik-Musical „A Fábrica de Nada“ und der „ARRI/OSRAM Award“ (best international film) an das Familiendrama „Loveless“. Alles Filme, die es definitiv mehr als wert sind genauer unter die Lupe genommen zu werden! Genauso wie der darauffolgende britische Abschlussfilm „Ihre beste Stunde“ von Lone Scherfig, welcher unter anderem den Star-Gast Bill Nighy in einer Rolle für sich beanspruchen konnte. Einen Film, den ich persönlich durch einen fantastischen Cast und das noch bessere Drehbuch jedem ans Herz legen kann. Und im Gegensatz zu den meisten Werken auf dem Filmfest ist dieser sogar bereits ab dem 6. Juli für den normalen Kinogänger überall zugänglich.

Foto: Christian Rudnik

Danach war es bereits vorbei; der Abend, sowie das gesamte Filmfest. Ich kann nicht leugnen, dass ich nach zehn Tagen puren Filmverschlingens mit ein wenig Wehmut den Saal verließ. Doch das zeigt mir im Umkehrschluss nur einmal mehr, was für eine fantastische Veranstaltung ich dieses Jahr besuchen durfte. Für jeden war etwas dabei – ob Komödie oder Tragödie, Horror- oder Kinderfilm, Dokumentation oder Kunstfilm. Ich denke, niemand konnte sich beklagen. Nicht zuletzt durch die unglaublich gute Qualität fast aller Beiträge. Meine persönlichen Tipps: „Azur und Asmar“„City of Ghosts“„Detour“„Zwei im falschen Film“„Happy End“„Hirschgesang“ und „Prinzessinnen und Drachen“. Natürlich habe ich aber selbst nur einen Bruchteil alle Filme sehen können, was bei 180 an der Zahl anders auch ein unmögliches Unterfangen darstellen würde.

Ich blicke zurück auf eine wundervolle Woche, bin mehr als dankbar dafür und freue mich umso mehr auf nächstes Jahr. Denn eines ist absolut sicher: Das verpasse ich nicht. Und ihr besser auch nicht. 😉