Rewind, Replay, Rebound – Volbeat & Danko Jones in der Olympiahalle (Konzertbericht)

Mit mittlerweile sieben produzierten Studioalben und etlichen internationalen Tourneen, sind sie der absolute Export-Schlager aus Dänemark: Volbeat zählt wohl zu den erfolgreichsten Rockbands der Welt und machen ihrem Namen – einer Mischung aus Volume (deutsch: Lautstärke) und Beat (deutsch: Schlag) – alle Ehre. Sie sind laut, haben gute Rhythmen und ihr Rock macht einfach Spaß. Das beweisen sie auch wieder am 8. November 2019 in der Olympiahalle in München, die sie mit einer Kombi aus viel Action und nordischer Coolness ordentlich aufmischen.

© Jens Nordström

Sie sind höflich und wollen ihr Publikum nicht warten lassen: Pünktlich um 19:30 Uhr startet die erste Vorband Danko Jones mit einem dreißigminütigen Set solidem Blues-Rock. Vom Stil her passen sie perfekt zu dem befreundeten Headliner des heutigen Abends und können bereits auf eine gelungene Zusammenarbeit mit Volbeat bei dem Song „Black Rose“ zurückschauen. Fetzige Rhythmen wie in „My little RNR“ und einfache Melodien machen die Musik eingängig und bringen das Publikum schon einmal in Stimmung.
Sänger und Gitarrist Danko Jones, dem die Band ihren Namen zu verdanken hat, ist sehr sympathisch in seinem Auftritt und gibt eine grundsolide Rock-Show zum Besten. Auch Basser John Calabrese versteckt sich nicht wie manch anderer neben dem Drum-Set, sondern bespielt hüpfend und voller Elan die Bühne; und Schlagzeuger Rickard Knox liefert durchgängig saubere Beats.

Setlist: I Gotta Rock / Fists Up High / First Date / Full of Regret / Burn in Hell / Had Enough / My Little RNR /

Die Progressive-Metal-Band Baroness aus den USA legt um 20:25 Uhr als zweite Vorband ein einstündiges Set hin. Ihr Stil ist laut, teilweise schrill und psychedelisch angehaucht – und sicherlich nicht jedermanns Sache. Die beiden Gitarristen und Sänger John Baizley und Gina Gleason liefern passable Riffs und Soli ab. Die Melodien sind abwechslungsreich und werden von den Musikern ohne viel Interaktion mit dem Publikum dargeboten.

Zugabe: A Horse Called Golgotha / March tot he Sea / Borderlines / Seasons / Green Theme / Tourniquet / Can Oscura / Front Toward Enemy / Eula / Little Things / If I Have to Wake Up (Would you Stop The Rain?) / Shock Me / Morning Star / The Gnashing /

Der riesige, frisch aufgehangene Vorhang fällt um 21:50 Uhr. Volbeat startet mit dem Song „Leviathan“ in ihre Show. Die Stimme von Sänger Michael Poulsen, die man aus Tausenden wieder erkennen würde, hat nicht nur auf den Studioaufnahmen Kraft, sondern entfaltet auch live ihre grandiose Power. Anders als bei vielen anderen Bands sind hier alle Mitglieder der Band von Anfang an präsent, nicht nur der Leadsänger. Gitarrist Rob Caggiano und Bassist Kaspar Boye Larsen bespielen die große Bühne in der Olympiahalle mit Coolness und viel Aktion. Auch Schlagzeuger Jon Larsen liefert auf seinem Podest eine beachtliche Show und überzeugt mit guter Technik.

© Ross Halfin
© Ross Halfin

Viel Technik wird nicht nur an den Musikinstrumenten angewendet, sondern Videosequenzen, Konfetti-Kanonen und die Lichtshow sorgen für den richtigen Flair während des Konzertes. Die Band aus Kopenhagen spielt zwei Stunden lang guten, ehrlichen Rock und wirkt trotz ihrer weltweiten Bekanntheit sehr bodenständig. Mit einem Cover von „Ring of Fire“ geben sie eine Hommage an die Country-Legende Johnny Cash, von dem sie sich haben inspirieren lassen. Der Einfluss von Rock n Roll-Größen wie Chuck Berry oder Elvis Presley ist bei ihrer Musik auch nicht zu leugnen, auch wenn sie diesen Einfluss mit solidem Metal kombiniert haben. Letztendlich ist es wahrscheinlich auch dieser Musik-Mix, der die Band so attraktiv macht. Sie macht Metal auch für Menschen nahbar, die sonst eher Mainstream-Songs hören und Rock-Fans kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

Sicherlich sind der Stil und vor allem die Melodien von Volbeat nicht die abwechslungsreichsten, aber sie haben sich über die Jahre bewährt und machen sie zu einer der erfolgreichsten Rock-Bands weltweit. Doch trotz des Ruhmes und der vielen verkauften Platten, geht es während des Konzertes nicht um die Show oder um Selbstbeweihräucherung, sondern schlicht und ergreifend um die Musik.

Setlist: Leviathan / Lola Montez / Pelvis on Fire / Doc Holliday / Sorry Sack of Bones / The Garden´s Tale / Sad Man´s Tongue / Black Rose / When We Were Kids / Slaytan / Dead but Rising / Fallen / Die to Live / Seal the Deal / For Evigt / Cloud 9 / Lonesome Rider / Last Day Under The Sun – Zugabe: The Devil´s Bleeding Crown / Let It Burn / I Only Want to Be With You / Still Counting

Bericht: Kim Fischer