Drei Mann für Neil Young – „Out Of The Blue“ im Metrolpoltheater

Eine „Verneigung“ ist ein etwas schwieriges Wort, besonders wenn es um eine Verneigung vor einer Legende wie Neil Young geht. Wie geht man vor, was will man aufzeigen, welche Aspekte seines Lebens beleuchten? Diesem Problem hat sich nun auch das Metropoltheater gestellt, und zusammen mit den Schauspielern und Musikern Thomas Schrimm und James Newton als auch dem Pianist und Arrangeur Andreas Lenz am 24. Mai 2019 das Konzert/Musikerportrait „Out Of The Blue“ auf die Bühne ihres Cafés – und das mit anerkennenswertem Erfolg.

© Jean-Marc Turmes

Dabei ist es nicht ganz einfach, die ungefähr 80 Minuten zu beschreiben, die man von den Musikern vorgesetzt bekommt. Mit Liedern und Informationen wird man unterhaltsam durch den Abend geführt, der sich ganz um Neil Young dreht, um seine innere Zerrissenheit, seine Orientierungslosigkeit. Und so wurden auch die Lieder ausgewählt: von depressiven Stücken wie „Tell Me Why“ über groovige wie „Vampire Blues“ oder auch ganz experimentelle Stücke wie „Cough Up The Bucks“ bekommt man bekannte und unbekannte Lieder zu hören, schnelle und langsame, aggressive und ganz, ganz ruhige. Mit der Filmmusik zu „Dead Man“ machen die Musiker auch einen Ausflug in die Instrumentalmusik.

© Jean-Marc Turmes

Dabei sind sie sich nie zu schade, die Stücke auch selbst neu zu interpretieren. Das fällt spätestens auf, wenn man „Heart Of Gold“ plötzlich eingeschoben zwischen zwei anderen Liedern wiederfindet, sodass es kaum auffällt. Überhaupt gelingt es den drei Künstlern mit guten Übergängen zwischen den Liedern kein einfaches Konzert zu zeigen, sondern ein Künsterportait zu zeichnen, das Young einmal quer durch sein Leben bis in die heutige Zeit begleitet. Dabei sind sie sich auch nie zu schade, Kritik an ihm zu üben, und an sich selbst, was sie durch selbstironische Einschübe immer wieder geschickt aufzeigen. Hier gelingt es besonders Schrimm mithilfe seiner Theatererfahrung immer wieder, großartige und dramatische Auftritte auf der Bühne zu leisten, wobei er aber manchmal auch übertreibt.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Abend das, was er versprochen hat, auch gehalten hat. Nämlich vergnüglich und informativ zu sein und eine Persönlichkeit zu beleuchten, die wenige je gesehen haben oder je sehen werden: Neil Percival Young.

Weitere Vorstellungen: 30./31.5., 1./2./15./22./25.6.
Und Neil Young live in München am 6. Juli in der Olympiahalle!

Kritik: Cedric Lipsdorf