Lean Into Me – Milow in der Muffathalle (Konzertbericht)

Ein junger Mann in rotem Trainingsanzug steht auf einem Basketballplatz und schaut mit gespanntem Blick in die Ferne.
Nein, das ist nicht die neue Nike-Werbung, sondern das Cover von Milows neuem Album Lean Into Me, mit dem er gerade auf Tour unterwegs ist. Der gebürtige Belgier ist bekannt für sein sympathisches Auftreten und sein Gespür für Hits, die sich lange in den Charts halten. „Ayo Technology“, „Little In The Middle“ und „Howling At The Moon“ sind nur wenige von vielen Titeln, die den Singer-Songwriter international bekannt gemacht haben. Am 2. Oktober 2019 gibt der Musiker das erste Konzert seiner Deutschlandtour in der ausverkauften Muffathalle.

Der Künstler lässt sein Publikum ein wenig warten, was man ihm durch sein charmantes, erstes Auftreten jedoch überhaupt nicht übel nehmen kann. Um 20:25 Uhr kommt Milow (bürgerlicher Name: Jonathan Vandenbroeck) durch den Seiteneingang und lebt mal wieder seine Liebe zum Verkleiden aus. Auf seinen Rücken ist ein Rucksack geschnallt, der mit Sonnenblumen verziert und an dem ein großer Luftballon angebracht ist. Während er durch das Publikum läuft, singt er seinen Hit  „You Don’t Know“ – über ihm der tanzende Ballon.

Is it okay, if we play a little longer tonight?“ fragt Milow ins Publikum, um sich für den verspäteten Anfang zu entschuldigen. Seine Publikumsnähe, die sich durch den ganzen Abend zieht, ist eines der vielen Dinge, die ihn als Mensch und Musiker so sympathisch machen. Den Abend über verteilt erzählt er immer mal wieder Anekdoten und gibt später sogar seine Deutschkenntnisse zum Besten. Diese hat er sich für die Fernsehshow „Sing meinen Song“ antrainiert und hat mittlerweile sogar zwei deutsche Cover-Songs in seiner Setlist. Nach dem Konzert hat man das Gefühl, dass man ihn gut kennen würde. Er erzählt aus seiner Jugend, dass er Basketballfan war – was man auch durch das Cover seines neuen Albums erahnen kann – und dass er eine Tradition hat. Bei jedem Konzert versucht er ein Lied mit einzubauen, welches er noch nie vor Leuten gespielt hat. Heute ist das der Song „Lost Boys“.

Unterstützt wird er während des Konzerts von einer sechsköpfigen Band – allen voran seine Backgroundsängerin Nina, die mit Leidenschaft seine Stimme unterstützt, und sein langjähriger Musikpartner und Freund Tom, der nicht nur an der Gitarre grandios spielt, sondern auch gesanglich viel auf dem Kasten hat.
Fast am Ende des Konzertes grinst er schelmisch ins Publikum, wartet einen kurzen Augenblick und dann fliegen mit einem lauten Knall Luftschlangen in die stehende Menge. Er hat Freude daran, Musiker zu sein, was er während des Konzertes auch oft betont. Am Ende will er gar nicht mehr aufhören zu spielen und gibt eine Zugabe, die aus vier lang ausgekosteten Lieder besteht.

Um 22:20 Uhr endet das Konzert. Trotz seines großen internationalen Erfolgs ist Milow einfach ein bodenständiger Musiker geblieben, der es liebt, auf Tour zu sein und dabei sein Publikum glücklich zu machen.

Setlist: You Don’t Know/ You And Me / Laura´s Song / Greatest Expectations / Michael Jordan / No No No / Summer Days / Weiße Tauben (Johannes Oerding cover) / Musik sein (Wincent Weiss cover) / Loud & Clear / She / Little In The Middle / Tourist / Lost Boys / Ayo Technology / Howling At The Moon – Zugabe: Help / Sleeping Bag / Another Saturday Night (Sam Cooke cover) / Lay Your Worry Down

Bericht: Kim Fischer