Genesis 2.0 – Filmkritik

Die Menschheit braucht Mammuts!

„Genesis 2.0“ ist ein Dokumentarfilm des Oscar-nominierten Schweizer Regisseurs Christian Frei und des russischen Filmemachers Maxim Arbugaev, der am 5. Mai 2018 während des DOK.Festes als Premiere dem Münchener Publikum im Deutschen Theater vorgeführt wurde.

Der Film dokumentiert den gefährlichen Alltag der Sammler von Mammutstoßzähnen auf einer abgelegenen Inselgruppe in Sibirien. Die Jäger sind die Ureinwohner des Nordens, die Schamanismus praktizieren und an Naturgeister glauben. Das machen sie sehr vorsichtig und abergläubisch bei ihren Reisen auf die unbewohnten Inseln: „Wir sehen die Arktis als ein eigenes Lebewesen mit gewaltigen und unfassbaren Kräften“. Die abgelegenen, neusibirischen Inseln im arktischen Ozean werden durch beeindruckende Filmsequenzen gezeigt.

Die weiße Eisdecke ist die gefährliche Welt der Sammler, die sich bei ihrer Suche durch den schmelzenden Permafrost graben müssen. Eines Tages finden die Jäger auf ihrer Suche einen überraschend gut erhaltenen Mammutkadaver. Klonforscher versuchen aus dem schockgefrorenen genetischen Material das längst ausgestorbene Wollhaarmammut wieder zum Leben zu erwecken. Die wissenschaftlichen Fortschritte auf dem Gebiet der Genetik und Molekularbiologie befähigen den Menschen zunehmend, maßgeschneiderte Lebewesen zu erschaffen. „Das Werk Gottes ist nicht perfekt, aber wir werden es vollenden“. Ist es Hybris, ausgestorbene Arten wie das Mammut wieder auferstehen lassen zu wollen? Dieser Film führt uns die menschliche Natur vor Augen und fragt wie weit wir gehen dürfen.

Wir wollen immer mehr und immer mehr.

Kritik: Carolina Felberbaum