beautiful sadness – Fil Bo Riva in der Muffathalle (Konzertbericht)

Am 9. Mai 2019 ist die Muffathalle komplett ausverkauft. Für Fil Bo Rivabürgerlich Filippo Bonamici, ist es die zweitgrößte Show auf seiner aktuellen Tour. Mit seinem Debütalbum „beautiful sadness“ tourt er schon seit Anfang April durch Europa und begeistert die Menschen mit seiner charakteristischen Reibeisenstimme.

Zur Primetime startet der Support für den heutigen Abend in Form von Mani Orrason. Mit gerade mal 21 Jahren steht der gebürtige Isländer schon vor 1600 Leuten auf der Bühne und liefert eine großartige Show. Man merkt ihm an, dass er es genießt, vor Leuten Musik zu spielen und mit dem Publikum zu interagieren. Mit viel Charme, einer kraftvollen Stimme und Unterstützung durch einen starken Bass und Schlagzeug entsteht ein entspannter Sound, der vom Stil her an die Arctic Monkeys oder The Kooks erinnert. Die Performance endet um 20:40 Uhr.

Setlist: Picture Of A car / Cowboy Colt / Acting Like A Fool / Numb / Miracle Due / I Swear It’s True / Privilege Of Time

Mit einem Gewitterszenario und Dschungelgeräuschen startet um 21:10 Uhr das Konzert von Fil Bo Riva. Von vier weiteren Musikern begleitet, erscheint der Künstler in strahlend weißem Anzug und seinem typischen Hipster-Look auf der Bühne. Es braucht nicht viel an Bühnenbild oder Technik, das Charisma der Musiker reicht, um das Publikum zu verzaubern.

Bei manchen Shows wäre der Auftritt nur halb so gut ohne die Showeffekte. Die Technik ist auch beim heutigen Konzert gut eingesetzt, aber man bräuchte sie eigentlich nicht. Die Musik an sich ist der Star des Abends.
Man kann es sich durch die Geräuschkulisse schon fast denken, das erste Lied ist sein wohl mittlerweile bekanntestes Lied „Go Rilla“, das inzwischen schon zu einer Indie-Pop-Hymne geworden ist. Es ist eine tolle Chemie zwischen den Musikern, man merkt, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes eingespielt sind. An manchen Stellen haben sie sogar an der Art, wie sie auf der Bühne interagieren, ein wenig den Charme der Beatles. Kleine Kuscheleinlagen von Bonamici und seinem Gitarristen Felix Remm, den er in Berlin kennengelernt hat, dürfen natürlich nicht fehlen, auch wenn es nur zum Schweiß abwischen ist.

Der Background-Gesang funktioniert sehr harmonisch und trägt dazu bei, dass die Stimme des Ausnahme-Sängers noch mehr zur Geltung kommt, obwohl diese das eigentlich nicht nötig hätte. Sie verleiht ab der ersten Sekunde pure Gänsehaut, es ist eine Stimme, die man unter tausend anderen heraushören würde.
Die Lieder werden musikalisch wunderbar ausgereizt. „Blindmaker“ wird sehr langsam mithilfe der E-Gitarre aufgebaut, damit die richtige Stimmung entstehen kann. Bei „Franzis“ und „Killer Queen“ singt das Publikum begeistert mit. Es wird mit den Songs auch sehr spielerisch umgegangen, sie werden teilweise mit absoluten Klassikern von Queen („Bohemian Rhapsody“) oder Scott McKenzie („San Francisco“) vermischt.

Fil Bo Riva sagt während dem Konzert nicht viel und es wird nicht viel mit dem Publikum interagiert, aber trotzdem fühlt es sich nicht nach der Band „da oben“ und dem Publikum „da unten“ an. Die Stimmung ist grandios. Die einzigartige Musik, die gespielt wird, macht glücklich und nachdenklich zugleich. Durch die sympathische Haltung, die den Zuschauern entgegengebracht wird, wird automatisch eine Brücke geschlagen. Man merkt, dass die Musiker einfach sehr dankbar sind, heute Abend in der Muffathalle vor so vielen Menschen spielen zu dürfen. Allen voran Filippo Bonamici selbst. Es sagt viel über einen Künstler aus, wenn er sich nach der Show vor allen seinen Fans bei seinen Musikern bedankt und auf die Knie geht. Er bedankt sich auch bei den Fans, weil sie laut ihm der einzige Grund sind, dass er hier stehen darf. Das Konzert endet nach 100 Minuten und hinterlässt eine begeisterte Menschenmenge.

Setlist: Go Rilla / Time Is Your Gun / Killer Queen / Is It Love? / Blindmaker / Franzis / Happy Song / L´impossibile / Killer Queen / Greeningless / Radio Fire / Baby Behave / Like Eye Did /  Zugaben: The Falling / Head Sonata / L´over

Bericht: Kim Fischer