Einen Sommer lang – Filmkritik

Das ist die Geschichte von einem, der läuft.

Diese Geschichte wird im Rahmen des DOK.fest – München am 4. Mai 2018 als Premiere im Deutschen Theater gezeigt. Denis Wischniewski, ist ein deutscher Ultraläufer und der Herausgeber der Fachzeitschrift Trail. Im Sommer 2016 setzt er sich ein hohes Ziel: er will in 50 Tagen 2.400 Kilometer zu Fuß laufen. Und wie er läuft. Von München bis fast nach Istanbul. Doch ans Ende Europas zu laufen scheint reinster Größenwahn. Eine Utopie? Zumindest eine körperliche und mentale Herausforderung.

Mit im Gepäck hat er seinen Vater. Dieser fährt ihm jede Tagesetappe mit dem Auto hinterher und versorgt ihn mit Nahrung und väterlicher Liebe. Doch um in Denis Worten zu bleiben: „Mein Vater ist jetzt nicht der beste Support, den ich mir wünschen kann“. Es sind diese trockenen Sprüche, die diesem Film überraschenden Charme verleihen. Die Vater-Sohn-Beziehung schenkt der Dokumentation eine ungeahnte Dramaturgie, denn ansonsten läuft Denis ja „nur“.

Bergauf und bergab, durch Schnee, Regen und knallende Sonne. Mal schneller und manchmal langsamer. Unbeirrt läuft Denis voran. Doch relativ bald lässt sich erkennen: Die Herausforderung ist es nicht nur, stetig einen Fuß vor den anderen zu setzten, sondern auch emotionale Hürden auf dem langen Weg zu bewältigen. Navigation und Orientierungsschwierigkeiten sowie ein gescheiterter Putschversuch und katastrophale Straßenbedingungen wollen ihm den „Lauf seines bisherigen Lebens“ zusätzlich erschweren.

Eine unterhaltsame Dokumentation von Georg Michael Fischer, die mit schönen Landschaftsaufnahmen besticht. Außerdem scheint sie dem Zuschauer sagen zu wollen: Setze dir hohe Ziele und gebe niemals auf. Wir Menschen sind zu außergewöhnlichen Leistungen fähig, wenn wir nur hart genug dafür kämpfen.

Kritik: Carolina Felberbaum