Kent Nagano – am 28. Februar in der Philharmonie

Für die kontrastreiche, bisweilen fast exzentrische, aber nie unpassende Tempowahl war der vierte Satz schließlich noch einmal ein gutes Beispiel: Die Pizzicato-Stellen am Anfang stagnierten nahezu und bauten so eine enorme Spannung aus. Fast frei im Tempo gelang die hymnische Überleitung der Bläser zu dem so bekannten, fließenden Kernthema des Satzes, das wiederum in ein äußerst munteres, zügig vorwärtsschreitendes Tempo gekleidet war. Nagano gelang so eine niemals langweilige Interpretation, in der selbst Brahms-Kenner noch die eine oder andere Überraschung entdecken konnten. (Bachtrack)

© Felix Broede

Von 2006 bis 2013 war er Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, am 28. Februar 2020 kehrt der weltweit gefeierte Dirigent mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin in die Münchner Philharmonie zurück – Kent Nagano.

Der Abend bietet ein „rhein“ symphonisches Programm: Robert Schumanns Symphonie Nr. 3, die den Beinamen Rheinische trägt, macht den Anfang. Ihrem strahlenden, triumphalen Charakter liegen Schumanns beflügelnde Erfahrungen nach seinem Wechsel zum Städtischen Musikdirektor Düsseldorfs und insbesondere der ihn sehr beeindruckende Anblick des Kölner Doms zugrunde.

Zweites Werk des Abends ist die 1. Symphonie von Johannes Brahms. Auch an ihrer Entstehung ist Robert Schumann nicht ganz unbeteiligt, er rühmte nämlich Brahms‚ frühe Klaviersonaten als „verschleierte Symphonien“ und prophezeite ihm eine große Zukunft als Symphoniker – mit Ludwig van Beethovens gewaltiger Vorlage im Hintergrund. Diesen hohen Erwartungen wollte Brahms natürlich gerecht werden, brauchte zwar etwas Zeit, bis sein Genredebüt fertiggestellt war, und schaffte, so der Dirigent Paavo Järvi, trotz einiger Beethoven-Reminiszenzen „den große Schritt in die Romantik“.

KARTEN für dieses Konzert gibt es HIER!