„Die Biene Maja (2) – Die Honigspiele“ – Filmkritik

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© UNIVERSUM FILM GMBH

 

Regisseur/in: Alexs Stadermann, Noel Cleary

Genre: Animation, Familie

Produktionsland: Deutschland

Kinostart: 01. März 2018

Laufzeit: 1 Std. 25 Min.

Die Biene Maja ist eine dieser beinahe legendären deutschen Kinder-Held(inn)en der 70er, zu denen sich auch etliche Charaktere der Sendungen „Die Sesamstraße“, „Wiki und die starken Männer“ sowie „Die Sendung mit der Maus“ zählen dürfen und welche bei Thematisierung den Zeitzeugen regelrecht eine nostalgische Gänsehaut bescheren. Im Vergleich zu aktuellen, leider häufig plastikhaften 3D-Animationsserien auf Nickelodeon und Co. erzeugte dabei vor allem das handgezeichnete 2D zweifelsohne seinen ganz eigenen Charme. Doch in ihren neuesten Kino-Abenteuern entkommt selbst die ansonsten immer so eigenwillige Maja nicht der modernen Visualität. Und diese Generalüberholung ist, wie schon beim Vorgänger „Die Biene Maja – der Kinofilm“, wahrlich nicht die einzige Divergenz zum Original.

Maja’s Bienenstock befindet sich in großer Bedrängnis, als ein Gesandter (Uwe Ochsenknecht) der Kaiserin (Andrea Sawatzki) anlässlich der bevorstehenden Honigspiele in Summtropolis die Hälfte ihrer Ernte einfordert. Da die Bienen den Honig allerdings dringend zur Überwinterung benötigen, fliegt Maja (Theresa Zertani) mit ihrem besten Freund Willi (Jan Delay) kurzerhand in die „Hauptstadt“, um die gemeine Kaiserin umzustimmen. Diese schlägt jedoch einen riskanten Deal vor: Maja darf mit einem ihr zugewiesenen Team von Außenseitern an den Honigspielen teilnehmen. Sollte sie gewinnen, darf ihr Stock den Honig behalten. Sollte sie jedoch verlieren, müssen sie alles abtreten. Gemeinsam muss die bunte Truppe nun versuchen, ihre jeweiligen Stärken zu erkennen und als Team zu fungieren, um gegen die übermächtig scheinenden Gegner auch nur eine Chance zu haben…

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Die Biene Maja 2 – Die Honigspiele“ möchte als deutscher Film unbedingt den gewissen internationalen Touch erreichen – ein Trend, den man zunehmend bei heimischen Filmen und Serien wie bspw. den Produktionen „Dark“ oder „You are Wanted“ beobachten kann. In diesem Fall nicht durch endloses Colorgrading, sondern durch grelle Animationen und eine gefühlt erzwungene „Life is easy“-Mentalität auf Kosten einer eigentlich so interessanten, pfiffigen und autarken Figur der Maja, die hier eher der naiven und unschuldigen Beliebigkeit verfällt. Diese Beobachtung lässt sich auch auf sämtliche andere Figuren übertragen, welche alle (bis auf „Antagonistin“ Violetta) als gehaltlos langweilige Karikaturen daherkommen und zum Teil sogar völlig aus ihrer einstigen Leinwandpräsenz verstoßen werden (wie bei Vater-Mentor-Figur Flip der Fall). Der Anschein wird erweckt, Alexs Stadermann und Noel Cleary haben die ursprünglichen Stärken der Zeichentrickabenteuer nicht so recht verstanden, was auch die enthusiastischen Sprecher rund um Jan Delay als Willi oder Theresa Zertani als Maja nicht aufmöbeln können.

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Das leidige Wettbewerbs-Thema als Gerüst für eine spannende Handlung bringt indes genau das mit, was erwartet werden darf: Für mehr als schnarchlangweiliges Völkerball und Wettrennen mit schrillem Nullachtfünfzehn-Pop reichte die Kreativität dann leider nicht aus. Doch während all die dramaturgische Entwicklung bis hin zum Ende höchst absehbar ist, bekommt wenigstens fast jede Figur ihren eigenen starken Moment, um sich vor allen zu beweisen. Nur der Maja-Willi-Best-Friends-Forever-Klamauk wird ein wenig zu sehr auf die schwülstige Spitze getrieben. Am Ende ist Die Biene Maja 2 – Die Honigspiele“ eben weder besonders lustig noch lehrreich. Damit bleibt lediglich passable Unterhaltung übrig, welche allerdings nicht einmal für Vorschulkinder durchwegs Kurzweil hervorrufen dürfte. Dafür ist dieser Film leider zu seelenlos, zu unspezifisch – einfach zu wenig „Biene Maja“.

Fazit: Die Biene Maja 2 – Die Honigspiele“ hat kaum mehr etwas mit seinen Wurzeln gemein. Die versöhnliche, langweilige Maja ist mehr denn je kaum wiederzuerkennen und bestreitet Abenteuer, welche genauso gut jeder andere Kinder-Held hätte auferlegt bekommen können. Immerhin ist der Film noch gerade aufgeweckt genug, um bei Laune zu halten.

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