Die Antwort auf Söders Kreuz – Christian Springers neues Buch

© Petra Schönberger

Ja, durchaus, es ist „a Kreiz“ derzeit mit der CSU. Die hohlen Populismus-Phrasen werden härter, der Rechtsruck ist kein Ruck mehr, denn man ist bereits ganz am Ende angekommen. Die Sprache verroht wie bei Seehofer und Söder – und das, wobei man sich stetig widerspricht. So sagt beispielsweise Söder in einem Interview 2012, dass der Islam mittlerweile auch ein Teil Bayerns geworden ist – 2018 wiederum, dass der Islam kein Teil von Bayern sei. Ein „Fahnderl“ im Wind? Nichts neues, denn sowohl dieser Zitatvergleich als auch das Aufzeigen, dass die CSU ehrlich gesagt nie arg anders war, das beweist das neue Buch von Christian Springer. „Die Antwort auf Söders Kreuz“ heißt die 56 Seiten starke Reaktion auf den Kreuzerlass Söders im April 2018. Bereits im Subtitel erkennt man den Ansatz, denn die Antwort, die sei bereits „240 Jahre alt“, sagt Springer und bezieht sich auf das Buch „Über den falschen Religionseifer“. Andreas Zaupser hat dieses Werk verfasst, das 1780 erschienen ist. Zaupser?  Der Name ist heute wenig bekannt, denn dem Münchner Philosophen, Juristen und Schriftsteller wurden für kritische Schriften schnell die Hände gebunden. Bekannt geworden ist er nur für eines: den Versuch eines bayerischen Wörterbuchs.

© Petra Schönberger

Über Zaupser, über die modernen und immer noch aktuellen Überlegungen des Freigeistes erzählt Springer in seinem Büchlein, aber auch in persona auf seiner Buchpräsentation am 16. Juli 2018 im Paulaner Nockherberg. Im Kreis von Freunden und Bekannten überließ Wirt Christian Schottenhamel seinen Namensgefährten einen Raum, um Springer seine Botschaft verkünden zu lassen: die Scheinheiligkeit der CSU bestand schon immer, aber derzeit ist sie wieder ganz besonders aktiv. Einen Querschnitt gibt es da, über die aktuell geplanten Flugtaxis, aber auch weit zurück in die Vergangenheit über den schrecklichen Hintergrund der ersten Moschee Münchens. Das Vorwort stammt von Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler, der auch vor Ort in einer recht ausführlichen Rede seine Definition des Kreuzes erzählte, aber eben vor allem, dass das Kreuz, wie schon so oft in der Geschichte, als Symbol des Leidens und der Folter früher und nun eben abermals als Machtmissbrauch genommen wird. „Das Böse“, sagt Schießler, „entsteht nur durch den Menschen selbst“.

Das Gute aber eben zu großen Teilen auch. Und dass es Möglichkeiten gibt, den plumpen Phrasen und rechtsgesinnten Aussagen Einhalt zu gebieten, dafür sorgt glücklicherweise u.a. das Bündnis „Gemeinsam für Menschenrechte und Demokratie“. Dieses organisiert nämlich diesen Sonntag, 22. Juli, eine große Demo vom Goetheplatz zum Königsplatz, an dem es eine Abschluss-Kundgebung geben wird. Das Thema? „#ausgehetzt – Gemeinsam gegen die Politik der Angst“. Im Text der FB-Veranstaltung heißt es: „Wir wehren uns gegen die verantwortungslose Politik der Spaltung von Seehofer, Söder, Dobrindt und Co.“ – und letztendlich tut Springer ja genau das mit seinem Buch auch. Redner und Musiker am Königsplatz sind bisher u.a. Claus von Wagner, dicht & ergreifend, Django 3000 und weitere – und wer weiß, vielleicht Christian Springer auch?

Das Buch „Die Antwort auf Söders Kreuz… ist 240 Jahre alt“ kann man unter bestellung.cswort@gmail.com erwerben.

 

Vielen Dank an Petra Schönberger von Events For You für die Bereitstellung einiger Bilder!