Sleepless – Adept im Backstage (Kurzbericht)

Laut sollte es werden, an diesem Samstag, 14. September 2019. Kein Wunder, denn im Backstage spielt ein 5-Bands-umfassendes Core-Paket, das sich sehen lassen kann. Ganz oben als Headliner dabei: Adept. Die Schweden waren zuletzt vor zwei Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt, nun kehren sie für eine besondere Tour zurück, nämlich zum Zehnjährigen des Erstlings „Another Year Of Disaster“. Die Halle ist prall gefüllt, die Erwartungen hoch – der Weg allerdings ein langer.

Satte vier Supports scharen sich vor Adept, anfangs noch zwei, kurz vor Tourbeginn zum Quartett aufgestockt: Aviana, Watch Out Stampede, Dead Like Juliet und Torments. Informiert wurde darüber im Voraus nur spärlich, der Start verschiebt sich auch nur um 20 Minuten auf 19:40 Uhr. Dementsprechend haben Core-Freunde wahrlich ein Feuerwerk an Breakdowns und harten Riffs zu erwarten, dass sich allerdings auch deutlich auf die Spielzeit auswirkt, denn länger als 30 Minuten darf keine der Vorbands ran. Der Nachteil des Überangebots: viele treiben sich doch lieber bei schönem Wetter im anliegenden Nachtbiergarten umher.

Adept starten um 22:45 Uhr mit ihrem Intro zu „Black Veins“ und damit wohl etwas zu spät, denn es dauert bis „The Ivory Tower“, dem siebten Song des Abends, bis die Menge anfangt, ein wenig zu reagieren und vor allem zu interagieren. Mit sieben von den insgesamt zehn Titel des Debüt-Albums ist „Another Year Of Disaster“ deutlich in der Überzahl, wenngleich es auch verwundert, dass das Album nicht in Gänze gespielt wird. Daneben gesellt sich ein Best-Of bis zum immer noch aktuellen Album „Sleepless“ von 2016 dazu, das bei Songs wie „The Lost Boys“ die anfangs noch müde Menge zum Mitmachen bewegt. Frontmann Robert Ljung schreit und singt sich die Seele aus dem Leib und kann, genau wie seine Mitmusiker, absolut überzeugen. Auch der Sound ist gut ausgepegelt und definiert, was den Riffs sehr zugute kommt. Dennoch wäre musikalisch ein wenig mehr Abwechslung wünschenswert – letztendlich klingen die Lieder doch recht ähnlich, was auf die Konzertdauer von 80 Minuten etwas ermüdend wirkt. Mit dem Klassiker „At Least Give Me My Dreams Back, You Negligent Whore!“ schließt die Band letztendlich gegen 0:10 Uhr.

Setlist: Black Veins / The Ballad Of Planet Earth / Let’s Celebrate, Gorgeous! (You Know Whose Party This Is) / The Business Of Living / Dark Clouds / Secrets / The Ivory Tower / Sound The Alarm / Shark! Shark! Shark! / Aftermath / Down & Out / Choirs Of Absolution / The Lost Boys / Carry The Weight / SleeplessZugaben: Grow Up, Peter Pan! / At Least Give Me My Dreams Back, You Negligent Whore!

Kurzbericht: Ludwig Stadler